Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.06.2017


Cyberkriminalität

Betrug im Online-Handel nimmt zu

Auch im Internet wird fleißig gestohlen, am liebsten die Daten von Kreditkarten.

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© APA/dpa/Jörg Carstensen(Symbolbild)



Wien – Die Zahl der Online- Shops steigt und damit steigt auch die Zahl der Betrugsversuche im Internet. Laut einer Umfrage der Wirtschaftsauskunftei CRIF waren eigentlich alle der in Österreich tätigen Online- und Versandhändler schon einmal mit Betrug konfrontiert.

Die Hälfte der befragten österreichischen Händler (Deutschland 55 Prozent, Schweiz 45 Prozent) erkennt einen Anstieg der Betrugsfälle während der letzten drei Jahre. Die Betrugsversuche würden zudem immer professioneller, bandenmäßiger, organisierter und somit vom Schaden her immer größer, erklärte Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich. Das bestätigt auch Silvia Kahn, Sprecherin des Bundeskriminalamts (BKA). Besonders wichtig sei es, dass Anzeige erstattet werde. Die Zahlen würden sich zwar stetig erhöhen, trotzdem gehe man von einer erheblich höheren Dunkelziffer der Betrugsvorfälle bei Online-Handel aus. Geschäfte im Internet seien Distanzgeschäfte, man könne sich dabei nicht in die Augen schauen, das mache den Online-Handel so anfällig für Betrug.

Die häufigste Form des Betrugs seien gestohlene Kreditkartendaten, also Zahlungsdaten und Identitätsdiebstahl. 75 Prozent der österreichischen Unternehmen waren laut CRIF-Studie bereits damit konfrontiert, dass ein Kunde gestohlene Zahlungsdaten angegeben hatte. Laut 58 Prozent der befragten heimischen Online- und Versandhändler kam es bereits vor, dass Kunden falsch­e Namens- oder Anschriftdaten bekannt gegeben hatten. Bei ebenfalls 58 Prozent hatte der Kunde den Erhalt der Ware abgestritten, obwohl diese geliefert wurde. Besonders wichtig beim Bezahlen im Internet sei das „Secure Code Verfahren“, Vorteil: In diesem Fall haftet der Händler. (ver)