Letztes Update am Do, 08.06.2017 06:50

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Immobilienpreisspiegel 2017

Das Haus im Grünen um Innsbruck ist günstiger

Wohnen bleibt teuer. Laut Immobilienpreisspiegel ist der Quadratmeterpreis eines Einfamilienhauses aber gesunken.

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Innsbruck – Eines vorweg: Wohnen bleibt in Tirol teuer. Allerdings: Es wird weniger schnell teurer als in den vergangenen Jahren. Vor allem in Innsbruck seien die Grundstückspreise (+7,1 Prozent)überproportional gestiegen, was Arno Wimmer, Berufsgruppensprecher der Immobilienmakler, aber wenig verwundert. Denn es gibt kaum Grundstücke in Innsbruck, genau 42 wurden 2016 verkauft, das sind 2 Prozent aller Verkaufstransaktionen in Tirol. Es geht auch günstiger. In Schwaz etwa sanken die Grundstückspreise (-2,9 Prozent).

Die Preise von Eigentumswohnungen stiegen an, allerdings wesentlich „moderater“ als in den Vorjahren, heißt es im Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer. Der Grund: Derzeit sei Wohnraum da, es werde gebaut. Besonders in Städten, also auch in Innsbruck, sei der Preis stark abhängig von der Lage. Diese Preisunterschiede könnten bis zu 1500 Euro pro Quadratmeter betragen. 2016 kostete der teuerste Quadratmeter in Innsbruck 8900 Euro, 2014 hingegen noch „jenseits von 10.000 Euro“. Auch in Kitzbühel stiegen die Preise – wenn auch auf hohem Niveau – moderat um 0,6 Prozent, in Kufstein sanken sie sogar um 3,4 Prozent. Doch auch in den Gemeinden ortet Wimmer am freien Markt „für Normalverdiener“ bereits unleistbare Quadratmeterpreise. Und wenig Bereitschaft, etwas „verdichteter“ zu bauen. Es müsse neue Lösungen geben, fordert der Immobilienexperte. Denn die Gemeinden müssten Infrastruktur zur Verfügung stellen, die Betriebe und Arbeitsplätze befänden sich aber in den Städten.

Das Einfamilienhaus in Innsbruck wurde laut Statistik günstiger (-1,3 Prozent). Auch in den Umlandgemeinden entwickelten sich die Preise für kleinere Häuser leicht nach unten (-1,4 Prozent). Ebenfalls günstiger geworden sind Geschäftslokale. Nicht nur in Innsbruck (-0,8 Prozent), auch in den Bezirken Lienz (-1,6) und Reutte (-1,4). Teurer wurden sie allerdings in Imst (4,5). Auch im Gewerbe gilt: Die Lage entscheidet über den Preis. Je besser das Umfeld und die Ausstattung, desto teurer der Preis für den Quadratmeter.

Neben Bodenknappheit, Lage und Luxusausstattung verteuern auch die Studierenden die Preise am Wohnungsmarkt. Je WG-tauglicher eine Wohnung, desto teurer kann sie rund um Unis und Fachhochschulen angeboten werden, gemietet wird ohnehin nahezu alles. Die Erhebung von leer stehenden Wohnungen zur Wohnraumbeschaffung hält Immobilienexperte Wimmer für nicht geeignet. Für ihn stellt sich – abseits der persönlichen Entscheidung jedes Wohnungsbesitzers und der für Vermieter oft schwierigen Mietrechtssituation – auch die Frage, ab wann eine Wohnung überhaupt leer stehe. „Vielleicht, wenn im Juni die Studierenden ausziehen und bis Oktober nicht mehr einziehen?“ Eingebremst hat sich auch der Verkauf Tiroler Immobilien an Ausländer. Waren es 2015 noch 9 Prozent, gab es 2016 nur noch 7,5 Prozent Immobilienverkäufe an Ausländer. (ver)

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- APA