Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 07.12.2017


Markt

Österreicher schenken mehr, Boom bei Gutscheinen

Viele sind spendierfreudiger als 2016, Anteil von Online-Käufen wächst.

© Julia HammerleDie Renner sind in diesem Jahr erneut Gutscheine und Bargeld. Im Schnitt geben die Österreicher 408 Euro aus.Foto: Julia Hammerle



Wien – Die Österreicher freuen sich auf Weihnachten – wie sehr, hat das Umfrageinstitut GfK erhoben. So hätten 83 Prozent einen Christbaum in der Familie, 69 Prozent würden einen Weihnachtsmarkt besuchen und insgesamt 75 Prozent gaben an, dass das Fest wichtig sei.

„Im Lichte des konjunkturellen Aufschwungs wollen die Menschen gerne mehr ausgeben, um ihren Lieben ein schönes Fest zu bereiten. Im Schnitt geben die Österreicher heuer 408 Euro aus“, so Paul Unterhuber von der GfK. Die Renner seien in diesem Jahr erneut Gutscheine und Bargeld (40 Prozent bzw. 27 Prozent) und Spielwaren (29 Prozent), gefolgt von Büchern, Urlauben, Kleidung, Parfümerie-Artikeln und selbstgebastelten Geschenken.

Für die Feier zuhause würden die Österreicher auf Premiumprodukte setzen und noch stärker auf Marken vertrauen als während des restlichen Jahres. In den technischen Kategorien sind laut Erhebung nach wie vor Smartphones und Fernseher absolut am bedeutendsten. Ebenfalls hohe Ausgaben würden die Konsumenten für Notebooks und Kaffeemaschinen tätigen. Für diese Weihnachten werden Smartwatches sowie weiterhin Espressomaschinen als Wachstumstreiber erwartet.

Der Trend zu Online-Shopping sei ungebrochen, wobei man in manchen Technik-Warengruppen ein Abflachen des Zuwachses feststellen könne. Je technischer der Produktbereich (z. B. Notebooks), desto höher ist der Online-Anteil. Dennoch sei das Kaufverhalten zu Weihnachten gleich, der Online-Anteil ist auch im Advent nicht höher als sonst. Der allgemein vermutete Trend zu Last-Minute-Shopping vor Weihnachten spiegle sich in der Wochen-Umsatzverteilung nicht wider, dieses Verhältnis sei über die letzten Jahre stabil. Der Last-Minute-Shopper scheint sich aber auf Gutscheine sowie Bereiche außerhalb der Technik zu konzentrieren.

Befragt, ob es eine Firmen-Weihnachtsfeier gibt, antworteten 55 Prozent mit Ja, nur 10 Prozent haben keine Feier in ihrer Firma, der Rest ist nicht berufstätig. Wer eine Feier hat bzw. von der Firma eingeladen ist, geht auch überwiegend gerne zur Feier (56 Prozent), ein Fünftel geht davon aus, dass das Erscheinen erwartet wird, nur fünf Prozent gehen nicht gerne bzw. 15 Prozent gehen gar nicht zur Feier. Bei der Weihnachtsfeier fürchten sich die meisten vor zu viel Alkohol und den daraus resultierenden unabsehbaren Folgen – worunter auch peinliche Fotos im Internet, Witze und Reden, unangebrachte Bitten für Gehaltserhöhungen oder Lästereien über nicht anwesende Kollegen fallen. „Die Weihnachtsfeier steht also hoch im Kurs, aber viele sind mit den Peinlichkeiten vertraut, die dabei die Laune trüben können“, so Unterhuber. (TT)