Letztes Update am Do, 22.03.2018 09:46

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Deutschland

Geringeres Wachstum: Deutsche Wirtschaft durch Grippe ausgebremst

Durch Krankenständen hatten die Firmen mit enormen Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. Auch Auftragsbestände legten stärker zu.

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Berlin – Die deutsche Wirtschaft ist im März auch wegen der Grippewelle so langsam gewachsen wie seit acht Monaten nicht mehr. Der Markit-Einkaufsmanagerindex – Industrie und Dienstleister zusammen – fiel überraschend deutlich um 2,2 auf 55,4 Punkte. Er hielt sich aber über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern, wie das Institut IHS Markit am Donnerstag zu seiner Umfrage unter 800 Firmen mitteilte.

Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 57,0 Punkte gerechnet. „Die deutsche Wirtschaft hat seit Jahresbeginn erheblich an Dynamik eingebüßt“, sagte Markit-Ökonom Phil Smith. Wegen des starken Jahresauftakts könne das Wachstum im ersten Quartal dennoch höher ausfallen als im Schlussvierteljahr 2017 mit 0,6 Prozent.

Hohe Zahl an Krankenständen

Das Institut macht die Grippewelle für das schwächere Abschneiden im März mitverantwortlich. „Interessant an den Umfragerückmeldungen in diesem Monat sind die hohen krankheitsbedingten Arbeitsausfälle und deren negative Auswirkungen auf die Geschäfte der Unternehmen“, sagte Smith: „Es könnte also sein, dass die aktuelle Wachstumsdelle auch auf kurzfristige Faktoren zurückzuführen ist.“ Bei der Deutschen Bahn kam es beispielsweise zu Zugausfällen, weil Lokführer krankheitsbedingt ausfielen. Dem Robert-Koch-Institut zufolge hat die Grippewelle inzwischen ihren Höhepunkt überschritten.

Die Industrie verlor besonders deutlich an Fahrt. Hier gab das Barometer um 2,2 auf 58,4 Punkte nach, das der Dienstleister dagegen nur um 1,1 auf 54,2 Zähler. „Kapazitätsengpässe blieben eine Belastung für die Industrieunternehmen“, betonte Smith. „So hatten die Firmen nicht nur mit enormen Lieferschwierigkeiten zu kämpfen, auch die Auftragsbestände legten noch stärker zu als zuletzt.“ Dies sei zugleich ein gutes Zeichen für einen anhaltend robusten Jobaufbau in den kommenden Monaten. (APA/Reuters)

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