Letztes Update am Mi, 30.05.2018 09:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wifo

Wirtschaft wächst weiter stark: +0,8% für 1. Quartal bestätigt

Das Jahreswachstum der österreichischen Wirtschaft wurde von 3,1 wurde auf 3,4 Prozent nach oben revidiert.

© APA/PfarrhoferSymbolbild.



Wien – Österreichs Wirtschaft hat ihr hohes Wachstumstempo auch heuer im ersten Quartal beibehalten, in Summe damit schon seit über einem Jahr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag von Jänner bis März real 0,8 Prozent über dem letzten Vierteljahr 2017, bestätigte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Mittwoch. Im Jahresabstand gab es 3,4 Prozent Wachstum, mehr als zuletzt gedacht.

Die Nachfrage der privaten Haushalte ist laut Wifo abermals kräftig gestiegen. Auch die Investitionsnachfrage und der Außenhandel lieferten erneut einen positiven Wachstumsbeitrag. Ebenso blieb die Industriekonjunktur weiterhin stark.

Das reale BIP-Wachstum im Jahresabstand wurde vom Wifo für das erste Quartal von 3,1 auf 3,4 Prozent nach oben revidiert; auch für das letzte Vierteljahr 2017 wurde der Anstieg mit 3,2 Prozent nun etwas höher errechnet als die 3,1 Prozent der letzten Schätzung.

Die saison- und arbeitstagbereinigte BIP-Veränderungsrate im Quartalsabstand – eine Kennzahl laut Vorgabe des EU-Statistikamts Eurostat – stieg um 0,8 Prozent, um 0,1 Prozentpunkte mehr als bei der Wifo-Schnellschätzung von Ende April. Damit war Österreichs Wachstum im ersten Quartal doppelt so hoch wie jenes, das Eurostat Mitte Mai für Euroraum und EU-28 publizierte, betont das Wifo.

Privatnachfrage und Außenhandel legten zu

Sowohl Binnennachfrage als auch Außenwirtschaft trugen heuer im ersten Quartal zum Wachstum der heimischen Wirtschaft bei. Die anhaltende Verbesserung am Arbeitsmarkt sowie eine sehr optimistische Konsumentenstimmung spiegelten sich auch in der Ausgabenbereitschaft der Verbraucher wider. Der Konsum habe somit auch im ersten Quartal eine stabile Wachstumsstütze gebildet. Die privaten Konsumausgaben (samt private Organisationen ohne Erwerbszweck) wuchsen um 0,4 Prozent (wie auch schon in den drei vorhergehenden Vierteljahren), die öffentlichen Konsumausgaben um 0,3 Prozent (etwas stärker als in den vier vorhergehenden Quartalen mit je 0,2 Prozent).

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Die Bruttoanlageinvestitionen (Ausrüstungen und Bau) wuchsen im ersten Quartal mit 0,9 Prozent weiter robust, allerdings hatte der Anstieg im vierten, dritten und zweiten Quartal 2017 im Quartalsabstand noch 1,0 bzw. 1,2 und 1,5 Prozent ausgemacht. Vor allem bei Fahrzeuginvestitionen war eine Abschwächung zu beobachten. Die Nachfrage nach Maschinen und Elektrogeräten verlief dagegen weiterhin gut. Starke Impulse kamen auch von den Bauinvestitionen (+0,7 Prozent).

Dynamik bei Investitionen und Außenhandel aber abgebremst

Der Außenhandel lieferte von Jänner bis März erneut einen positiven Beitrag zum Wachstum der Gesamtwirtschaft, wobei sowohl bei den Exporten (+0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal nach +1,6 Prozent im Schlussquartal 2017) als auch bei den Importen (+0,6 nach +1,1 Prozent) die Dynamik laut Wifo zuletzt etwas abnahm.

Der Boom in der Industrie hielt im Berichtsquartal an. In der Sachgüterproduktion stieg die Wertschöpfung mit 2,3 Prozent ebenso stark wie im Schnitt des Jahres 2017. Auch von der Bauwirtschaft kamen laut Wifo erneut positive Impulse (+0,5 Prozent nach +0,9 Prozent im vierten Quartal). Die Dienstleistungsbereiche unterstützten das Wirtschaftswachstum ebenfalls. Die Wertschöpfung im Handel stieg um 0,2 Prozent, nach 0,3 Prozent im Vorquartal bzw. 0,8 Prozent im dritten Vierteljahr 2017. Bei freiberuflichen, wissenschaftlichen, technischen und sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen wuchs die Wertschöpfung um ein Prozent.

Am 29. Juni wollen das Wifo und das Institut für Höhere Studien (IHS) ihre nächsten vierteljährlichen Konjunkturprognosen vorlegen. Zuletzt, im März, gingen die beiden Institute für 2018 von 3,2 (Wifo) bzw. 2,8 (IHS) Prozent Realwachstum aus, für 2019 von schwächeren 2,2 bzw. 1,9 Prozent. Für 31. Juli ist die Wifo-Schnellschätzung für die BIP-Entwicklung im zweiten Quartal geplant. (APA)