Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 01.08.2018


Markt

Mode wird immer öfter online gekauft, Filialen schließen

Die Modebranche verlagert sich ins Internet. C&A hat in Österreich schon 20 Läden geschlossen, auch H&M spart.

© iStockphotoEs wird immer mehr im Internet eingekauft. Daher sperren immer mehr Filialen von Modeketten zu.Foto: iStock



Wien – Die mittlerweile insolvente Kette Charles Vögele war noch Ende 2017 die Nummer zehn am österreichischen Bekleidungsmarkt – mit etwa 100.000 m² Verkaufsfläche und einem Marktanteil von gut drei Prozent. Vor zehn Jahren konnte man allerdings mit 150 Standorten (Juli 2018: ca. 100) einen höheren Marktenteil und deutlich mehr Umsatz erzielen. Doch das Konsumverhalten hat sich verändert, es wird immer mehr online eingekauft. Auch die Positionierung wird, so Regio Data Research, immer wichtiger: billig à la KiK oder Primark oder als „loved brand“ à la H&M oder Zara. Laut Regio Data Research werden Unternehmen, die „weder noch“ sind und auch sonst keine klare Positionierung zeigen, in Zeiten eines kleiner werdenden (stationären) Marktes einfach verschwinden. Der Grund: Ständig kommen neue Konzepte auf den Markt.

Sogar der Marktführer in Österreich, H&M, steht vor schwierigen Zeiten. Mit einem Marktanteil von rund zwölf Prozent ist die schwedische Bekleidungskette zwar noch mit großem Abstand der Marktführer, der Online-Handel macht aber auch den Schweden zu schaffen. H&M hat zwar vorbeugend sein Filial­netz in Österreich im letzten Jahr um drei neue Geschäfte erweitert, jedoch trotzdem einen Umsatzrückgang von knapp vier Prozent verbucht. Als Folge des Geschäftsrückgangs will H&M künftig Filialen in Europa schließen und den Schwerpunkt auf das Online-Geschäft legen. Damit folgt H&M der Textilkette C&A. Auch sie musste im letzten Jahr Umsatzrückgänge und 20 Filialschließungen hinnehmen. Peek & Cloppenburg zeigt ebenfalls keine Ambitionen zu expandieren. Nur KiK, die Nummer vier am österreichischen Markt, zeigt sich weiterhin expansionswillig.

Laut Regio Data Research verbuchen konservative, zeitlose Marken wie Gerry Weber, Bonita, Cecil oder Adler spürbare Umsatzrückgänge. Diskonter wie Primark, TK Maxx und NKD legen im Gegenteil zu. Die Gesamtverkaufsfläche im österreichischen Bekleidungseinzelhandel sank 2017 um 0,5 Prozent. Jährlich werden in Österreich etwa 6,4 Milliarden Euro für Bekleidung ausgegeben. Und der Online-Anteil nimmt weiterhin stark zu: Waren es in 2010 noch sechs Prozent, betrug er 2017 bereits beträchtliche 27 Prozent. (ver)




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