Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 02.08.2018


Osttirol

TVB will bei Stadt-Marketing in Lienz mitreden

Der neu gegründete TVB-Ortsausschuss für Lienz verlangt mehr Mitbestimmung beim Vermarkten der Stadt. Bisher lag diese Aufgabe beim „Stadtmarketing“ der Liebburg.

© OblasserBei der Vermarktung der Sonnenstadt Lienz wollen die Kaufleute über einen neu gegründeten TVB-Ausschuss mehr mitreden.Foto: Oblasser



Von Catharina Oblasser

Lienz – Der Tourimusverband (TVB) Osttirol mit Obmann Franz Theurl beschloss, dass in jeder Gemeinde Ortsausschüsse gegründet werden können. Diese haben zwar kein eigenes Budget, sollen aber ihre Ideen einbringen.

Viele Osttiroler Gemeinden haben bereits einen solchen Ausschuss, erklärt Theurl. Darunter ist seit Kurzem auch Lienz. „Wir wollen die Wirtschaftstreibenden der Stadt stärker in Entscheidungen einbinden“, begründet Theurl. Die Bezirkshauptstadt ist in dieser Hinsicht ein Sonderfall. Nicht nur wegen der Größe, sondern auch, weil es in der Stadt bereits eine Vermarktungsinstitution gibt: das so genannte Stadtmarketing, eine Abteilung der Verwaltung in der Liebburg, dem Lienzer Rathaus. Mit dem neuen TVB-Ortsausschuss entsteht nun eine zweite Institution mit den gleichen Zielen wie das Stadtmarketing.

Ausschussobmann ist Unternehmer Michael Zuegg, weitere Mitglieder sind u. a. die Kaufleute bzw. Gastronomen Hannes Eder, Kathrin Jäger und Robert Geiger jun. Ein Hintergrund der Bildung des neuen Ausschusses ist finanzieller Natur. Die Kaufleute zahlen – wie alle Selbstständigen – die Tourismusabgabe. Damit tragen sie indirekt zu den Marketingmaßnahmen in der Stadt bei, wenn der TVB bestimmte Veranstaltungen fördert. Wie viel das pro Jahr ausmacht, will Theurl nicht preisgeben.

Die Kaufleute wollen nun über den TVB-Ortsausschuss mehr Einfluss auf das Marketing in der Stadt. „Wir selbst stehen an der Front, doch andere planen für uns“, sagt Wirt Hannes Eder. „Wer mitzahlt, muss auch mitbestimmen dürfen.“ Theurl bekräftigt, dass der Lienzer Ortsausschuss der verlängerter Arm des TVB sei. „Wir machen künftig keine Sondermittel mehr frei, wenn der Wunsch nicht über den Ortsausschuss zu uns kommt.“

Ein Beispiel für Diskrepanzen zwischen TVB und Stadtmarketing ist die Öffnungszeit des Adventmarktes. Der TVB will eine Verlängerung bis 6. Jänner, das Stadtmarketing mit Chef Oskar Januschke weist das zurück. Das sei zu viel Aufwand für zu wenig Umsatz, hatte Januschke in der Vergangenheit stets begründet. Er selbst ist zurzeit nicht erreichbar.

Obmann Michael Zuegg hält dennoch fest: „Wir wollen eine Symbiose von Stadt und TVB.“ Und auch Kathrin Jäger betont: „Die gute Zusammenarbeit mit der Stadt ist uns wichtig.“