Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 29.12.2018


Tirol

Tirol bleibt weiter ein sehr teures Wohn-Pflaster

Weil in zentralen Lagen das Angebot rar ist, kann sich der Mittelstand Wohnraum kaum noch leisten

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Wien, Innsbruck – Wer sich eine Wohnung oder ein Haus zulegt, muss in den meisten Gebieten Österreichs immer tiefer in die Tasche greifen. Die Preiskurve kannte auch 2018 österreichweit fast nur eine Richtung: Es ging mehr oder weniger nach oben, berichtet der Immobilienvermittler s Real. In Ballungsräumen zeichne sich eine weitere Verknappung des Angebots an kleinen und mittleren Eigentumswohnungen ab.

Tirol bleibt dabei eines der teuersten Pflaster in Österreich. Weil in zentralen Lagen das Angebot rar ist, kann sich der Mittelstand Wohnraum kaum noch leisten. In Innsbruck gibt es der s-Real-Statistik zufolge kaum Neubauprojekte unter 6000 Euro pro Quadratmeter. Auch Bestands­objekte seien massiv teurer geworden. Familien und junge Leute zieht es daher zunehmend in die Umlandgemeinden. Das hat auch im Innsbrucker Speckgürtel das Angebot verknappt. Baugründe werden immer teurer, auch 2019 werden die Preise weiter anziehen, laut s Real um zwei bis drei Prozent.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich in den anderen Landeshauptstädten ab. So sei in Wien besonders der Gebrauchtmarkt unter Druck. Neubauprojekte würden auf Grund einer enormen Erhöhung der Baukosten und aufgrund des Baurechts stark unter Druck geraten und die Neubautätigkeit in den nächsten drei bis vier Jahren rückläufig sein.

Eine Teuerung in allen Lagen gibt es in Vorarlberg. Vor allem viele ältere Menschen würden zunehmend innerstädtische Wohneinheiten bevorzugen. Leistbare Mietwohnungen sind jedoch nur sehr begrenzt vorhanden. Junge Erwachsene und Familien tendierten daher stärker zum Einfamilienhaus, die Preise ziehen somit auch in diesem bisher vergleichsweise konstanten Markt an. Auch in Salzburg, Graz und Linz steigt auf Grund der hohen Nachfrage der Preisdruck.

Günstig – trotz überdurschnittlicher Preissteigerungen – ist nach wie vor Kärnten. So stünden in den Bezirksstädten leistbare Wohnmöglichkeiten in großer Anzahl zur Verfügung. (APA)