Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.01.2019


Markt

Österreicher wollen heuer wieder mehr verreisen

Jeder Dritte will öfter verreisen als im Vorjahr. Italien ist beliebtestes Reiseziel. Das Airline-Chaos verhilft Pauschalreisen zum Revival.

Kreuzfahrten werden immer beliebter: 44 Prozent haben Interesse daran, einmal eine zu machen.

© iStockphotoKreuzfahrten werden immer beliebter: 44 Prozent haben Interesse daran, einmal eine zu machen.



Von Stefan Eckerieder

Wien – Die Reiselust der Österreicher ist trotz politischer Unsicherheiten und Turbulenzen bei zahlreichen Airlines ungebrochen. Im Gegenteil: Die Österreicher haben heuer mehr Geld für Reisen zur Verfügung, wollen öfter verreisen und spannen den Sonnenschirm häufiger in der Ferne auf, zeigt der „Ruefa Reisekompass 2019“, für den 1500 Personen befragt wurden.

Beliebteste Reiseziele sind weiter die Mittelmeerländer. Italien löst dabei heuer Kroatien als Reiseziel Nummer eins ab. 31 Prozent der Österreicher zieht es demnach nach Italien, 30 Prozent nach Kroatien. Zudem werde es auch heuer wieder mehr Österreicher nach Griechenland ziehen (14 Prozent), Spanien verliert hingegen an Anziehungskraft (10 Prozent). „Das liegt daran, dass viele Hoteliers in Spanien die Preisschraube überdreht haben“, sagt Ruefa-Geschäftsführer Walter Krahl. Unter den Top-fünf-Reisezielen in Europa ist auch Deutschland (22 Prozent).

Zugleich nehme der Wunsch nach Fernreisen „sehr stark zu“, sagt Krahl. Die USA bleiben dabei das beliebteste Zielland (22 Prozent), vor Thailand (13 Prozent) und den Malediven bzw. der Dominikanischen Republik (je 7 Prozent).

„Die Österreicher haben heuer mehr Geld, um in Urlaub zu fahren“, sagt Krahl. Gut die Hälfte (56 Prozent) hat demnach ein Urlaubsbudget von bis zu 1000 Euro zur Verfügung, 44 Prozent zwischen 1000 Euro und mehr als 3000 Euro. Jeder Dritte (34 Prozent) gibt an, heuer öfter verreisen zu wollen. 36 Prozent zieht es 2019 in die Ferne, rund die Hälfte dreimal oder öfter.

Zugleich feiern Pauschalreisen ein Revival. Mitgrund dafür sind die Airline-Pleiten und das vorjährige Chaos am Flughimmel mit Rekorden an Flugstreichungen und Verspätungen. Gewisse Fluglinien werden gemieden. Mit der neuen Pauschalreiserichtlinie würden sich die Reisenden vor Problemen auf der Reise besser geschützt sehen, erklärt Helga Freund, Geschäftsführerin von Ruefa und Vorstand der Verkehrsbüro Group. So hatten bereits drei Viertel mit Unannehmlichkeiten zu kämpfen. In der Hitliste der Reiseärgernisse führen Probleme mit Hotelzimmern und Ausstattung (39 Prozent). 30 Prozent gaben Flugverspätungen und Überbuchungen als Hauptkritikpunkt an.

Vorbei scheint zudem die Zeit der Last-Minute-Buchungen. Hier gebe es kaum noch Preisknüller. Der Trend geht zu immer früheren Buchungen. Wurden früher rund um die Weihnachtsfeiertage Kataloge für den großen Jahresurlaub gewälzt, so starten die Sommer-Buchungen jetzt im November. Die Gründe: bessere Verfügbarkeit und Auswahl von Hotels und Flügen, niedrigere Preise und Frühbucherrabatte. 47 Prozent, also fast die Hälfte, buchen ihren Haupturlaub bereits mehr als drei Monate vor Reiseantritt. Für 2019 sind laut Ruefa rund 30 Prozent des Jahresvolumens gebucht, für den Sommertourismus werden es rund 20 Prozent sein.