Letztes Update am Do, 07.02.2019 11:57

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konjunktur

Wirtschaftswachstum 2019 in Österreich geringer als erwartet,

Österreichs Wachstum wird für das laufende Jahr in der EU-Herbstprognose nur mehr mit 1,6 Prozent beziffert. Wirtschaftslokomotive Deutschland liegt mit erwarteten 1,1 Prozent auf dem vorletzten Platz nach Italien.

Als wichtigsten Wachstumsmotor sieht die EU-Kommission den Privatkonsum.

© Thomas Boehm / TTAls wichtigsten Wachstumsmotor sieht die EU-Kommission den Privatkonsum.



Brüssel, Wien – Eine deutliche Verschlechterung des Wirtschaftswachstums für die EU zeigt die Winterprognose der Kommission. Österreichs Wachstum wird für das laufende Jahr statt erwarteter 2,0 Prozent in der Herbstprognose nur mehr 1,6 Prozent ausmachen. Ähnlich die Abschwächung in der EU, wo statt 1,9 Prozent in der Herbstvorschau nun lediglich 1,5 Prozent vorausgesagt sind.

Ähnlich die Abschwächung in der EU, wo statt 1,9 Prozent in der Herbstvorschau nun lediglich 1,5 Prozent vorausgesagt sind. Noch stärker trifft es die Eurozone. Dort hatte die Frühjahrsprognose 1,9 Prozent ausgemacht, nun gibt es ein Absinken um fast ein Drittel auf nur mehr 1,3 Prozent für 2019.

Privatkonsum wichtigster Motor

Im gesamten Vorjahr 2018 habe Österreich noch ein solides Wachstum von 2,7 Prozent verzeichnet, das von Privatkonsum und Investitionen sowie vom Export angetrieben war. Doch bereits 2018 hätten wirtschaftliche Schlüsselindikatoren eine Abschwächung angezeigt.

Das Investitionswachstum schätzt die EU-Kommission für Österreich weiterhin als stark aber „zu moderat“ für ein hohes Wachstumsniveau ein. Jedenfalls erwartet die EU-Kommission volle Auftragsbücher im Baugewerbe aufgrund des Wirtschafts- und Bevölkerungs-Wachstums. Ausrüstungsinvestitionen werden laut der Prognose in Einklang mit dem niedrigeren Wirtschaftswachstum nach drei starken Jahren heuer und im nächsten Jahr auch moderater wachsen. Als wichtigsten Wachstumsmotor sieht die EU-Kommission den Privatkonsum, der gestützt durch das Beschäftigungswachstum und solide Lohnerhöhungen sowie durch Steuererleichterungen im Zusammenhang mit dem „Familienbonus plus“ angekurbelt werde.

Die Inflation wird laut EU-Kommission in Österreich 2019 und 2020 stabil 2,0 Prozent betragen - ein leichter Rückgang gegenüber 2,1 Prozent im Jahr 2018. Die Kerninflation (HVPI ohne Energie und Nahrungsmittel) wird nach Schätzungen die EU-Behörde von 1,9 Prozent im Jahr 2018 auf 2,1 Prozent 2019 und 2020 zulegen.

Wachstum in der EU schwächt sich 2019 und 2020 stärker ab

Die EU-Winterprognose zeigt eine deutliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums für 2019. Hatte die Herbstprognose noch ein Plus von 1,9 Prozent sowohl für die EU als auch für die Eurozone vorausgesagt, werden nun für das laufende Jahr nur noch 1,5 Prozent für die 28 EU-Staaten und 1,3 Prozent für das Währungsgebiet erwartet. Die 1,5 Prozent gelten auch bei einem Austritt der Briten.

Der Vizepräsident der EU-Kommission Valdis Dombrovskis erklärte am Donnerstag, obwohl die Voraussage den Abwärtstrend festige, würden doch alle EU-Staaten ein Wachstum aufweisen. Allerdings gebe es externe Faktoren wie die Spannungen im Welthandel und einen Abschwung bei Zukunftsmärkten, vor allem in China. Schließlich, so Dombrovskis, sei durch einen ungeordneten Brexit ein zusätzliches Unsicherheitsrisiko gegeben.

Deutlich schwächeres Wachstum in der Eurozone

Die EU-Kommission rechnet angesichts zahlreicher Probleme in den größten europäischen Volkswirtschaften mit einem deutlich schwächeren Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2019 in den 19 Staaten der Eurozone um 1,3 Prozent zunehmen, erklärte die Brüsseler Behörde am Donnerstag. Im Herbst war sie noch von 1,9 Prozent ausgegangen. Grund seien vor allem getrübte Ausblicke in Deutschland, Italien und auch Frankreich. (APA, dpa, TT)

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