Letztes Update am Mo, 11.03.2019 13:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Markt

Außenhandel belebte sich 2018 spürbar

Die Exporte und Importe erhöhten sich vorläufigen Zahlen zufolge um jeweils fast 6 Prozent. Das Defizit weitete sich gegenüber 2017 von 5,6 auf 5,7 Mrd. Euro aus.

Symbolbild

© iStockSymbolbild



Wien – Der internationale Warenaustausch boomt. Österreichs Exporte legten 2018 im Jahresabstand um 5,7 Prozent auf 150 Milliarden Euro zu. Kräftig angezogen haben allerdings auch die Importe, mit einem Plus von 5,5 Prozent auf 155,7 Milliarden Euro, wie aus den vorläufigen Daten der Statistik Austria hervorgeht. Unter dem Strich vergrößerte sich das Loch in der Handelsbilanz demnach von 5,6 auf 5,7 Milliarden Euro.

Der Löwenanteil der heimischen Ausfuhren ging nach Deutschland (45,3 Milliarden Euro). Das waren rund 30 Prozent aller Exporte. Mit deutlichem Abstand dahinter folgten die USA (10,6 Milliarden Euro), Italien (9,8 Milliarden Euro), die Schweiz (7 Milliarden Euro), Frankreich (6,4 Milliarden Euro), Tschechien (5,5 Milliarden Euro), Ungarn (5,1 Milliarden Euro), Polen (4,9 Milliarden Euro), Großbritannien (4,2 Milliarden Euro) und China (4,1 Milliarden Euro) als wichtigste Absatzmärkte für österreichische Produkte. Die Exporte in die Vereinigten Staaten überstiegen 2018 erstmals die 10-Milliarden-Marke.

Eine Drittel aller Einfuhren aus Deutschland

Aus Deutschland importierte Österreich im abgelaufenen Jahr Waren im Wert von 55,7 Milliarden Euro - das entspricht mehr als einem Drittel (35,8 Prozent) aller Einfuhren. Im bilateralen Handel ergibt sich daraus ein heimisches Defizit von 10,4 Milliarden Euro. Weitere bedeutende Lieferländer sind Italien mit einem Volumen von 9,9 Milliarden Euro, China (9,1 Milliarden Euro), die Schweiz (6,8 Milliarden Euro), Tschechien (6,7 Milliarden Euro), die USA (6 Milliarden Euro), Frankreich und die Niederlande (je 4,3 Milliarden Euro) sowie Polen und Ungarn (je 4,2 Milliarden Euro).

Aus der gesamten EU bezog Österreich Waren im Wert von knapp 110 Milliarden Euro, während die Exporte dorthin nur 104,9 Milliarden Euro erreichten. Da die Lieferungen in andere EU-Länder mit einem Plus von 5,9 Prozent etwas stärker stiegen als die Bezüge (plus 5,2 Prozent) von dort, verringerte sich das Defizit im Handel mit der EU 2018 von 5,5 auf 5,1 Milliarden Euro.

Maschinen und Fahrzeuge am wichtigsten

Massiv ausgeweitet hat sich das heimische Außenhandelspassivum mit Nicht-EU-Staaten – es versechsfachte sich gegenüber dem Jahr davor von rund 0,1 auf 0,6 Milliarden Euro. Die Importe aus Drittländern erhöhten sich um 6,4 Prozent auf 45,75 Milliarden Euro, die Exporte dorthin um 5,3 Prozent auf 45,13 Milliarden Euro.

Das Gros der Handelsprodukte machten Maschinen und Fahrzeuge aus - sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen: Der Ausfuhranteil dieser Warengruppe lag 2018 bei 40,1 Prozent, der Einfuhranteil bei 35,1 Prozent.

Kurz vor dem Jahreswechsel bremste sich die Außenhandelsdynamik merklich ein – die Ausfuhren nahmen im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat nur noch um 0,8 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro zu, die Einfuhren gingen sogar um 1 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro zurück. Der heimische Fehlbetrag in der Handelsbilanz sank in dem Berichtsmonat von rund 0,8 auf 0,6 Milliarden Euro. (APA)