Letztes Update am Mi, 24.04.2019 09:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konsumentenschutz

Blumenerde: VKI-Test bringt durchwachsenes Ergebnis

Rund die Hälfte der getesteten Produkte war „weniger zufriedenstellend“ oder schlechter. Zwei Blumenerden enthielten sogar Listerien.

Laut VKI-Test ergab die Laboruntersuchung beim Nitratgehalt in Spinat  größere Differenzen.

© APA (Archiv/Gindl)Laut VKI-Test ergab die Laboruntersuchung beim Nitratgehalt in Spinat größere Differenzen.



Wien — Die diesjährige Gartler-Saison ist eingeläutet und die Baumärkte und Fachgeschäfte quellen derzeit über vor unterschiedlichsten Angeboten an Blumenerde. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 19 Blumenerden untersucht und gelangte zu einem „durchwachsenen" Ergebnis.

Während rund die Hälfte der getesteten Produkte „sehr gut" bzw. „gut" abschnitt, musste die andere Hälfte mit „weniger zufriedenstellend" oder schlechter beurteilt werden, etwa aufgrund des unzureichenden Nährstoffgehalts oder eines hohen Anteils an Fremdstoffen (Metallteilchen). Zwei Blumenerden erhielten ein „nicht zufriedenstellend", da Listerien gefunden wurden.

Mehr Produkte ohne Torf

Listerien können Listeriose verursachen, eine seltene, hauptsächlich durch Lebensmittel übertragene Erkrankung. Meist erfolgt eine Infektion durch den Verzehr von rohen Lebensmitteln. Listerien sind aber auch in der Umwelt weit verbreitet, etwa in Abwässern, der Erde und auf Pflanzen. „Daher empfehlen wir, bei der Arbeit mit Blumenerde stets Handschuhe zu tragen. Wenn man das gar nicht möchte, raten wir, sich danach besonders sorgfältig die Hände zu waschen", so VKI-Projektleiter Christian Undeutsch
Erfreulich sei, dass es im Vergleich zum letzten Test des VKI im Jahr 2010 keine Auffälligkeiten bei der Füllmenge der Blumenerde gegeben habe. Bis auf eine Ausnahme sei das Volumen sogar höher gewesen als angegeben. Außerdem sei seit dem letzten Test das Angebot an torffreien Produkten deutlich gewachsen. Das spiegle sich auch im Test wieder: Elf von 19 Produkten seien torffrei gewessen. „Das ist insofern eine positive Entwicklung, da der Abbau von Torf aus ökologischen Gründen sehr bedenklich ist, weil dadurch besondere Lebensräume für Pflanzen und Tiere zerstört werden", betont Christian Undeutsch.
Nicht ganz so erfreulich sei, dass die Mehrheit der torffreien Erden sich — zumindest derzeit noch — im unteren Bewertungsranking wieder findet. Aber immerhin: Der Testsieger ist eine Blumenerde ohne Torfzusatz. Zwei weitere „gute" Produkte kommen ebenfalls ohne Torf aus. (APA)

?SERVICE:

Die ausführlichen Testergebnisse gibt es ab dem 25.4. in der Mai-Ausgabe der Zeitschrift KONSUMENT und auf www.konsument.at.