Letztes Update am Di, 21.05.2019 13:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konjunktur

Weltwirtschaft: Aussichten trüb, Österreichs Wachstum bei 1,5 Prozent

Starker Privatkonsum bleibt in Österreich der Wachstumsmotor. Weltweit senkt die OECD die Prognose leicht auf 3,2 Prozent Wirtschaftswachstum.

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Berlin, Paris, Wien – Die Industriestaaten-Organisation OECD sorgt sich angesichts der zunehmenden Handelskonflikte um die Weltkonjunktur. „Die Aussichten sind weiterhin trübe“, sagte die Chefökonomin der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Laurence Boone, zu dem am Dienstag veröffentlichten Wirtschaftsausblick.

Für heuer rechnet die Organisation nur noch mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,2 (bisher 3,3) Prozent, nachdem es 2018 noch zu 3,5 Prozent gereicht hatte. Für das kommende Jahr werden unverändert 3,4 Prozent vorausgesagt. „Sollten Abwärtsrisiken eintreten oder sich gegenseitig verstärken, könnte das Wachstum deutlich schwächer ausfallen als hier unterstellt“, warnte Boone. „Zahlreiche Abwärtsrisiken werfen dunkle Schatten auf die Weltwirtschaft und das gesellschaftliche Wohlergehen.“ Allein die erneuten Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China könnten das globale Wachstum über zwei bis drei Jahre um mehr als 0,6 Prozent schmälern.

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Starker Privatkonsum bleibt Wachstumsmotor

Für für Österreich prognostiziert die OECD eine Abschwächung des Wachstums auf „rund eineinhalb Prozent“ des Bruttoinlandsprodukts in den Jahren 2019 und 2020. Konkret soll die heimische Wirtschaft heuer um 1,4 und nächstes Jahr um 1,6 Prozent wachsen, nachdem sie 2018 um 2,7 Prozent zulegte. Damit liegt Österreich etwas über dem Schnitt der Eurozone, für die die OECD ein BIP-Wachstum von 1,2 Prozent heuer und 1,4 Prozent im nächsten Jahr erwartet.

Der private Verbrauch bleibe ein wichtiger Wachstumsmotor. Die Konjunkturverlangsamung im Euroraum belaste allerdings die Investitions- und Handelstätigkeit. Die Inflation werde voraussichtlich nahe der Zielvorgabe verharren. Die Arbeitslosigkeit soll nach 4,8 Prozent im Jahr 2018 leicht auf 4,6 Prozent heuer und im nächsten Jahr sinken. Der eher langsame Rückgang der Arbeitslosigkeit erkläre sich aus einer gewissen strukturellen Arbeitslosigkeit einerseits und dem starken Wachstum der Erwerbsbevölkerung infolge der Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte und einer steigenden Erwerbsbeteiligung andererseits.

Strukturpolitische Maßnahmen sollten auf eine Steigerung des Produktivitätswachstums abzielen, indem der Wettbewerb im Dienstleistungssektor gefördert wird. Weiters sollten Maßnahmen für eine bessere Integration der sozial Schwächsten in der Gesellschaft ergriffen werden - „insbesondere der Geringqualifizierten, Älteren, Migranten und Flüchtlinge“, mahnt die OECD.

USA wächst gegen den Trend

Zu den größten Risiken zählten längerfristig höhere Handelszölle zwischen den Vereinigten Staaten und China, zusätzliche Zölle auf den Handel zwischen den USA und der Europäischen Union sowie eine stärkere Konjunkturabkühlung in China. Ungewissheit über den Brexit sowie finanzielle Risiken wegen der hohen Verschuldung und einer sich verschlechternden Kreditqualität könnten das Wachstum ebenfalls dämpfen.

Für die weltgrößte Volkswirtschaft USA erhöhte die OECD gegen den Trend ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr auf 2,8 (bisher 2,6) Prozent und für 2020 auf 2,3 (2,2) Prozent. Für die Nummer zwei China wurde die Prognose bei 6,2 beziehungsweise 6,0 Prozent belassen. (APA, TT.com)