Letztes Update am Fr, 07.06.2019 13:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fachhandel

Schuhhandel leidet unter Wetter, Billigschuhen und Onlinekonkurrenz

2018 brachte einen Umsatzrückgang um 2,5 Prozent auf 1,3 Milliarden. Euro im stationären Schuhhandel. Der Onlineanteil könnte bald in Richtung 50 Prozent gehen.

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Wien – Für den Schuhhandel war 2018 kein gutes Jahr. Die stationären Schuhgeschäfte litten unter dem für sie ungünstigen Wetter, billigeren Produkten sowie der steigenden Onlinekonkurrenz. Die Folge war ein nomineller Umsatzrückgang um 2,5 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro. Der Onlineanteil macht bereits 25 Prozent aus. RegioData-Chef Wolfgang Richter hält einen Anstieg auf 50 Prozent in fünf Jahren für denkbar.

„Die Menschen stecken ihr Geld nicht in den Onlineshop von Humanic, sondern in Amazon und Zalando. Damit trocknet der stationäre Handel ein bisschen aus“, sagte Richter am Freitag zur APA. Der Gesamtumsatz mit Schuhen quer durch alle Vertriebswege macht in Österreich 1,6 Mrd. Euro aus, das heißt rund 300 Mio. Euro fließen zu reinen Onlinehändlern wie Amazon oder in andere Branchen, zumal unter anderem auch der Bekleidungs- und Sportartikelhandel Schuhe verkauft.

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Umsätze stagnieren seit 2009

Im stationären Schuheinzelhandel steigt das Umsatzvolumen seit 2009 praktisch kaum, zeigen Zahlen von RegioData. Da sich aber auch die Anzahl der Standorte und die Gesamtverkaufsfläche kaum verändern, sinkt die durchschnittliche Flächenproduktivität.

2018 war das Wetter für modische Branchen wie den Schuhhandel besonders ungünstig. Statt Lederschuhen verkauften die Schuhgeschäfte aufgrund der Hitze selbst im Herbst noch Sandalen. Notwendige Abverkäufe und Rabatte drückten den Gesamtumsatz. „Dazu kommt, dass durch das Erstarken von Billiganbietern und den aktuellen Modetrends der Umsatz pro Einkauf geringer ist als früher“, räumt man bei RegioData ein.

Deichmann unangefochten Nummer 1

Der Schuheinzelhandel in Österreich ist segmentiert. An der Spitze thront der deutsche Diskonter Deichmann, der die steirische Leder&Schuh-Gruppe (Humanic, Shoe4Your, Stiefelkönig) schon vor einigen Jahren überholt hat, seit diese so abgespeckt hat. „Wer immer expandiert, in guten wie in schlechten Zeiten, ist Deichmann“, so Richter.

Die gesamte Deichmann-Gruppe mit ihren Linien Deichmann, Snipes und MyShoes hat den Marktanteil im abgelaufenen Jahr erneut von 24,2 auf 25,4 Prozent ausgebaut. Leder&Schuh steigerte den Marktanteil leicht auf rund 18 Prozent. Nummer drei ist die Schuhhändler-Kooperation ANWR Garant (11 Prozent). Dahinter tummeln sich zahlreiche Händler wie Ringschuh, Salamander, GMS-Verbund, CCC oder Reno. (APA)