Letztes Update am Mi, 12.06.2019 09:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konsumentenschutz

Arbeiterkammer warnt vor Wirkstoffen in Anti-Gelsenmittel

Die Arbeiterkammer hat 20 Anti-Gelsenmittel getestet. Acht der geprüften Produkte sind nur bedingt, zwei nicht zu empfehlen.

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Linz – Die Temperaturen steigen und damit auch die Anzahl der Gelsen. Zahlreiche Mittel versprechen den lästigen Viechern den Garaus zu machen. Aber wie verträglich sind diese Repellents für uns Menschen? Der Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ) hat die Wirkstoffe von 20 Anti-Gelsenmittel genauer unter die Lupe genommen mit großteils gutem Ergebnis: Zehn Mittel können laut AK empfohlen werden und acht sind bedingt empfehlenswert. Zwei Produkte mit dem Wirkstoff DEET werden nicht empfohlen.

Drei Wirkstoffe – unterschiedliches Gefahrenpotential

Gemeinsam mit der Umweltorganisation „Die Umweltberatung“ hat der Konsumentenschutz der AK OÖ das gesundheitsgefährdende Potential der Wirkstoffe von Anti-Gelsenmittel bewertet. Als Basis dafür diente laut AK die Beurteilung der europäischen Chemikalienagentur (ECHA). Nicht bewertet wurde die Wirksamkeit der Mittel. In den Produkten aus österreichischen Drogeriemärkten oder Apotheken seien drei Wirkstoffe zu finden, die ein sehr unterschiedliches Gefahrenpotential aufweisen.

Zehn Produkte enthalten den unbedenklichen Wirkstoff Icaridin

Das chemisch synthetische Icaridin (Hydroxyethyl Isobutyl Piperidine Carboxylate) gelt als effektiver Wirkstoff gegen Stechmücken, das Gelsen über den Geruchssinn vertreibt, aber nicht tötet. Laut ECHA habe es von allen Repellents die geringste hautschädigende Wirkung, sollte aber nicht für Kinder unter zwei Jahren verwendet werden. Denn auch Icaridin könne Augen und Haut reizen, gelte aber als besser verträglich als etwa der Wirkstoff DEET.

Extrakte des chinesischen Eukalyptusbaumes bedingt empfehlenswert

Aufgrund ihrer potentiell Allergien auslösenden Wirkung seien die Extrakte des ätherischen Zitroneneukalyptusöls, die sich auch synthetisch herstellen lassen, nur bedingt empfehlenswert. Außerdem erhöhe das ätherische Öl die Lichtempfindlichkeit der Haut. Unter folgenden Namen sei der Wirkstoff auf den Produkten im Test angegeben: Eucalyptus Citriodora Öl, Gemisch aus cis- und trans-p-Menthan-3,8 diol, PMD, Citriodiol.

Zwei Produkte enthalten hautreizenden Wirkstoff DEET

Die Produkte Anti Brumm Forte und Nobite Hautspray würden den Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) enthalten. Dieser habe eine haut- und augenreizende Wirkung. Das Mittel treibe einem Tränen in die Augen und reize die Schleimhäute. Bei empfindlichen Personen – etwa Kindern – könnees Krämpfe auslösen. Zudem greift es Kunststoffoberflächen, etwa von Sonnenbrillen, an. DEET wurde in den 1940er Jahren von der US-Armee für Marinesoldaten und Infanteristen entwickelt und sei für unsere Breitengrade nicht empfehlenswert.

Schutz vor Gelsen ohne Chemie

Die AK rät Anti-Gelsenmittel bei Kindern nicht vor dem dritten Lebensjahr zu verwenden. Kleinkindern schütze man am besten mit heller, weiter und langärmeliger Kleidung. Im Schlafzimmer können Gelsengitter am Fenster und ein Moskitonetz über dem Bett verwendet werden. (TT.com)