Letztes Update am Do, 13.06.2019 13:54

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bilanz

Banken verdienten 2018 kräftig, heuer weniger Firmenkredite

Die Zahl der Filialen und der Mitarbeiterstand waren im Jahr 2018 nur leicht rückläufig. Die Konjunkturabschwächung wird 2019 die Kreditvergabe an Firmen dämpfen.

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Wien – Das hohe Wirtschaftswachstum hat der Bankenbranche im vergangenen Jahr ein kräftiges Gewinnwachstum beschert. „2018 war ein sehr gutes Jahr für die Banken“, sagte der Präsident des Bankenverbandes und Bank-Austria-Chef, Robert Zadrazil, am Donnerstag bei einem Pressegespräch. Für heuer erwartet Zadrazil aufgrund der Konjunkturentwicklung „eine deutliche Abschwächung“ bei Firmenkrediten.

Im vergangenen Jahr wuchs Österreichs Wirtschaft um 2,7 Prozent und mit einem Plus von 1,6 Prozent gab es das höchste private Konsumwachstum seit 2006. Die gute wirtschaftliche Ausgangslage kurbelte die Nachfrage nach Krediten an, vor allem für Ausrüstungsinvestitionen sowie Wohnungen und andere Immobilien. Das Kreditvolumen an Unternehmen erhöhte sich 2018 um knapp sieben Prozent auf 153 Milliarden Euro und an Private legte es um 8 Prozent auf 162 Milliarden Euro zu.

„Kosten blieben im Rahmen“

Die Aufwendungen der Banken für Personal und Sachaufwendungen stiegen um rund zwei Prozent auf 14,2 Milliarden Euro. Ein erhöhtes Zinsergebnis von 15,2 Milliarden Euro (plus 4,6 Prozent), ein Anstieg von drei Prozent beim Provisionsergebnis auf 7,1 Milliarden Euro und geringere Aufwendungen für Kreditrisiken ließen den Jahresgewinn der Banken um 5,2 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro steigen. „Die Kosten sind im Rahmen geblieben“, so Zadrazil. Die Banken hätten „die Krisenjahre hinter sich gelassen“ und seien für die kommenden Jahre „gut gerüstet“.

Für 2019 erwartet der Bankenverband-Präsident aufgrund der „anspruchsvollen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ - Stichwort geringeres Wirtschaftswachstum und anhaltendes Niedrigzinsumfeld - einen „moderaten“ Gewinnanstieg im Bankensektor. Die neue Finanzmarktregulierung (MiFID II) würde der Branche insgesamt einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Genauer wollte Zadrazil die Kosten nicht beziffern.

Die Konsolidierung und Digitalisierung der Bankenbranche hat in den vergangenen zehn Jahren zu zahlreichen Filialschließungen und Personalabbau geführt, im Jahr 2018 schwächte sich diese Entwicklung aber ab. Ende 2009 beschäftigte der Bankensektor laut OeNB 78.794 Mitarbeiter, 2017 hatte die Banken nur mehr 73.706 Beschäftigte und 2018 waren es 73.508. Die Anzahl der Filialen ging von 4172 im Jahr 2009 auf 3639 (2017) und 3616 (2018) zurück. (APA)