Letztes Update am Di, 18.06.2019 12:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Immobilien

Immobilienpreise zogen weiter an, Preissteigerung in Tirol flacht etwas ab

Gebrauchte Eigentumswohnungen verteuerten sich im österreichweiten Schnitt um gut vier Prozent auf rund 1700 Euro pro Quadratmeter. Innsbruck ist weiter die teuerste Landeshauptstadt.

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Wien, Innsbruck – Die Immobilienpreise haben 2018 wieder deutlich über der generellen Inflation zugelegt. Gebrauchte Eigentumswohnungen kosteten im bundesweiten Schnitt mit 1695 Euro pro Quadratmeter um 4,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Für Wohnungen im Erstbezug waren durchschnittlich 2706 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen, wie aus dem Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hervorgeht.

Auch in Tirol gab es faktisch in allen Immobilienklassen Preissteigerungen. Allerdings habe sich die Kurve etwas abgeflacht. Insgesamt wurden in Tirol 2018 11.391 Immobilienverkäufe verbucht, das ist ein Zuwachs von 4,8 Prozent, wobei bei den einzelnen Objektarten eine sehr unterschiedliche Entwicklung zu verzeichnen ist.

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Preisrückgänge in einzelnen Bezirken

„Die Grundstückspreise für Einfamilienhäuser haben sich sehr unterschiedlich entwickelt und sind im Raum Innsbruck und Umgebung in allen Wohnlagen erheblich gestiegen, wenn gleich nicht mehr jeder Preis bezahlt wird“, erklärt Arno Wimmer, Bundesberufsgruppensprecher der Immobilienmakler Österreich. Bereinigt ergebe sich für Innsbruck Stadt eine Erhöhung der realen Grundstückswerte zwischen 6,5 – 9 Prozent, wobei die mäßig bis normalen Lagen am meisten zugelegt hätten. In einzelnen Bezirken könne man andererseits auch Preisrückgänge feststellen. Generell sei festzustellen, dass bei vielen Grundstücke die bereits gewidmet sind, die Eigentümer vielfach keine Verkaufsabsichten haben und diese somit dem Markt nicht zur Verfügung stehen“, erklärt Wimmer.

Die Preise für Eigentumswohnungen-Erstbezug sind laut dem Immobilienpreisspiegel in der Stadt Innsbruck und im „Speckgürtel“ am stärksten gestiegen. Wobei festzustellen sei, dass in der Stadt Innsbruck kaum geförderte Eigentumswohnungen angeboten werden und ein hoher Anteil der Neubauwohnungen als Anlagewohnungen gekauft werden, so Philipp Reisinger, Obmann der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Tiroler Wirtschaftskammer.

Bei den gebrauchten Eigentumswohnungen seien mit wenigen Ausnahmen in fast allen Bezirken Preissteigerungen festzustellen gewesen, die durchwegs höher ausgefallen seien als beim Eigentumswohnungen-Erstbezug. Die Preissteigerungen wären bei allen Wohnanlagen und allen Wohnwerten gegeben.

Einfamilienhäuser hätten die geringsten Steigerungsraten generiert. Es sei zu beobachten, dass sich die Dynamik im Prämiumbereich durchaus abschwächt. Hier scheine bereits der Plafond erreicht. Schnäppchen seien allerdings auch selten. Vielfach würden Einfamilienhäuser in guten Positionen von Bauträgern erworben um dort dann verdichtet zu bauen. In den Bezirken Reutte, Landeck, Schwaz und Lienz seien die Preise sogar rückläufig.

Kein Interesse am „Interessentenmodell“

Nach wie vor kritische sieht die Wirtschaftskammer das sogenannte „Interessentenmodell“. „Es führt zu einer Einschränkung privater Bautätigkeit und reduziert vor allem das Angebot an Mietwohnungen. Die Folge wird sein, dass insgesamt weniger Wohnbauprojekte umgesetzt und vor allem weniger Mietwohnungen zur Verfügung stehen werden“, so Wimmer . Diese Entwicklung wäre für die privaten Bauträger, die Tiroler Bauwirtschaft und letztlich auch für Wohnungssuchende negativ. Das Modell bewirke auf jeden Fall, dass private Wohnbauträger in ihrer Geschäftstätigkeit massiv eingeschränkt und abwandern würden.

Im geplanten Wohnpaket der Landesregierung ist unter anderem eine Einschränkung des Immobilienerwerbs vorgesehen, die von der Immobilienwirtschaft heftig abgelehnt wird. So soll im Baulandgrundverkehr inn bestimmten Gemeinden bzw. Regionen ein Interessentenmodell gelten. Dort dürften dann nur noch Personen – Tiroler wie EU-Bürger – eine Wohnung kaufen, die eigenen Wohnbedarf nachweisen können. (TT.com)

Teures Pflaster

Auffallend stark fiel im abgelaufenen Jahr der Preisschub bei gebrauchten Eigentumswohnungen in den Landeshauptstädten aus - Innsbruck blieb dabei das teuerste Pflaster. Im Schnitt über 7 Prozent mehr als 2017 waren in Bregenz (plus 7,6 Prozent auf 2343 Euro/Quadratmeter), Eisenstadt (plus 7,4 Prozent auf 1469 Euro), St. Pölten (plus 7,3 Prozent auf knapp 1521 Euro) und Salzburg (plus 7,1 Prozent auf rund 2921 Euro) zu bezahlen. Um die 5 Prozent teurer wurden die Wohnungen in Klagenfurt (plus 5,7 Prozent auf 1497 Euro), Linz (plus 5,2 Prozent auf knapp 1799 Euro) und Innsbruck (plus 4,9 Prozent auf 2980 Euro).