Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.09.2019


Markt

5G-Ausbau braucht neue Standards

RTR-Chef Klaus Steinmaurer erwartet sich von der neuen EU-Kommission einheitliche Standards für „intelligente Technik“ rund um den 5G-Netzausbau.

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© Thomas BöhmSymbolfoto



Von Verena Langegger

Innsbruck, Wien – Der Ausbau des Glasfasernetzes und der Umstieg auf das noch leistungsstärkere 5G-Netz geht voran, sagt der Geschäftsführer der Rundfunk und Telekom Regulierungs GmbH (RTR) Klaus Steinmaurer: „Privatpersonen werden weiterhin ihr gewohntes Netz (4G/LTE) nutzen, interessant ist 5G nur für das ,Internet of Things‘, also Smart Cities und Smart Homes.“ Antennen würden nach und nach ausgetauscht, ein Software-Update durchgeführt. Auch Gesundheitsrisiko sieht Steinmaurer keines durch das stärkere Netz. Zwei Stunden mit dem Handy am Ohr telefonieren sei ungesünder, die Wärme gleiche einer Mikrowelle am Ohr. Die Breitbandstrategie 2030 wurde bereits ausgegeben. Finanziert werden soll sie aus den verbleibenden Mitteln der Strategie 2020, Investitionen der Netzbetreiber sowie aus den Erlösen der nächsten geplanten Frequenzversteigerung im Frühjahr 2020. Zur Erinnerung: Auch die jetzige Breitbandmilliarde haben sich die Mobilfunker selbst bezahlt, sie stammt aus einer zwei Milliarden Euro schweren Auktion.

„Es braucht einheitliche Standards, um Autos und Ampeln zu vernetzen, aber auch für Netzausstatter", sagt Klaus Steinmaurer 
(Geschäftsführer RTR).
„Es braucht einheitliche Standards, um Autos und Ampeln zu vernetzen, aber auch für Netzausstatter", sagt Klaus Steinmaurer 
(Geschäftsführer RTR).
- RTR

Für die Auktion im Frühjahr nächsten Jahres sind im Budget vorerst 350 Mio. Euro eingeplant. Wobei Verkehrsminister Andreas Reichhardt, wie schon sein Vorgänger Norbert Hofer, den Fokus nicht auf die Gewinnmaximierung für den Bund legt. Vielmehr soll den Netzbetreibern noch genug Geld bleiben, um das Netz auch rasch auszubauen. Besonders eifrig beim Breitbandausbau war bisher Tirol, aber auch Niederösterreich und Oberösterreich, während das Burgenland, Kärnten und die Steiermark noch Luft nach oben haben. „Was es jetzt noch braucht, sind Standards, sagt Steinmaurer: „Einerseits Standards, um etwa Autos und Ampeln in Städten zu vernetzen, andererseits Standards für Netzausstatter, etwa Huawei oder Cisco. Ein Ausschluss von Huawei aus einem 5G-Netzausbau ist für Steinmaurer nicht machbar. Der chinesische Konzern habe zu viele Patente rund um die Technologie des Netzausbaus. Für EU-weite Lösungen setzt Steinmaurer auf die neue EU-Kommission.