Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.10.2019


Markt

Goldener Konsum-Herbst mit Konjunktur-Wolken

Der Wirtschafts-Optimismus der Österreicherinnen und Österreicher lässt etwas nach, gleichzeitig wird die Kauflaune sogar noch besser.

(Symbolfoto)

© iStockphoto(Symbolfoto)



Von Alois Vahrner

Linz, Innsbruck – Seit 1992, also seit 27 Jahren, erhebt die Linzer Spectra Marktforschung mit dem Wirtschaftsbarometer das Konjunktur- und Konsumklima in Österreich. Nach den Stimmungs-Höchstständen während der jüngsten Hochkonjunktur zeigt jetzt die Kurve seit einiger Zeit wieder nach unten. Nach zuletzt 26 Prozent erwarten nunmehr nur noch 23 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher (Spectra befragte für die Bundesländer-Tageszeitungen bundesweit repräsentativ mehr als 2000 Personen), dass es mit der Konjunktur noch weiter nach oben gehen wird. Ende 2015 gab es im Vergleich dazu aber erst acht Prozent Optimisten, Mitte 2018 dann aber sogar 36 Prozent. Gleichzeitig ist der Anteil der Pessimisten, die eine Verschlechterung der Wirtschaftslage befürchten, minimal von 16 auf 18 Prozent gestiegen. Ende 2015 waren es noch 45 Prozent Pessimisten gewesen.

Die eigene Stimmungslage im Sinne eines Wetterberichts bezeichnen 18 Prozent als einen strahlend blauen Himmel, weitere 50 Prozent mit sonnig und 25 Prozent mit leicht bewölkt. Stark bewölkt bzw. regnerisch ist die Stimmung bei nur sechs Prozent. Den kommenden zwölf Monaten blicken mit 69 Prozent mehr als zwei Drittel mit Zuversicht und 23 Prozent mit Sorge entgegen (acht Prozent legten sich nicht fest).

Die Zeichen im privaten Konsumklima stehen laut Spectra nach wie vor auf „Geld ausgeben“. Im dritten Quartal setzt sich der Trend des Jahres 2019 fort. Die Bereitschaft der Österreicher, Geld in den privaten Konsum zu stecken, ist nochmals gestiegen. Zurzeit stehen nur 36 Prozent der Bevölkerung auf der Konsumbremse, der Rest entscheidet von Anlassfall zu Anlassfall über die eigene Konsumbereitschaft, 25 Prozent sind deklarierte Treiber des privaten Konsummotors. Damit wird das Jahr 2019 das vierte in Folge sein, in dem das private Konsumklima gegenüber dem Vorjahr ansteigt. Mit ihrem Einkommen mehr leisten als vor einem Jahr können sich laut Umfrage 12 Prozent, 56 Prozent gleich viel. Immerhin 27 Prozent geben an, dass sie sich weniger leisten können als 2018.

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt rechnen 17 Prozent heuer mit weniger und 49 Prozent mit gleich vielen Arbeitslosen. Immerhin 26 Prozent befürchten eine (entgegen der seit Jahren gerade auch in Tirol sehr positiven Entwicklung) wieder steigende Arbeitslosigkeit. Der Staat solle mehr sparen, sagen 21 Prozent. Er solle mehr investieren bzw. Geld ausgeben, finden 19 Prozent. Für die Mehrheit von 55 Prozent muss er beides gleichzeitig schaffen.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Befragt wurde die Bevölkerung auch zu ihrer Meinung zu führenden Managern und Unternehmern des Landes. Dabei blieb Red-Bull-Chef Didi Mateschitz der mit Abstand beliebteste Wirtschaftskapitän Österreichs. Gleich 66 Prozent haben eine gute Meinung vom Salzburger Energy-Drink-Milliardär und nur acht Prozent eine schlechte: Das ergibt einen Saldo von plus 54. Auf Platz 2 liegt Hannes Androsch mit einem Saldo von plus 17 und dahinter Hans Peter Haselsteiner mit plus 13. Schlusslicht blieb ORF-­General Alexander Wrabetz (minus 10), der sich damit aber weiter verbessern konnte. Bei den nur im Bundesland abgefragten Tiroler Unternehmern führt Glaspapst Georg Riedel mit einem Saldo von plus 34 vor Speckkaiser Karl Handl mit plus 31 und Markus Langes-Swarovski mit plus 28.




Kommentieren


Schlagworte