Letztes Update am Di, 16.12.2014 15:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Telekommunikation

Hofer geht mit Kampftarifen unter die Mobilfunker

Aktivierungsentgelt und Servicepauschale gibt es keine, das Starterpaket kostet 1,99 Euro. Vertragsbindung gibt es auch keine.

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Wien/Sattledt - In das zuletzt stark gestiegene Preisgefüge im Mobilfunk kommt Bewegung: Ab 2. Jänner 2015 bietet der Diskonter Hofer auch Mobilfunktarife an. Für alle, die eher wenig telefonieren, empfiehlt sich der Tarif „HoT flex“ um 3,9 Cent je Sprachminute oder SMS. Der Datentransfer kostet 0,9 Cent je MB. Vieltelefonierern wird „Hot fix“ für 9,90 Euro im Monat angeboten (1.000 Minuten oder SMS, 3.000 MB).

Krammer: Ganz neues Tarifkonzept

Aktivierungsentgelt und Servicepauschale gibt es keine, das Starterpaket kostet 1,99 Euro. Die Servicehotline ist kostenlos. Es gibt kein klassisches Vertrags- oder Wertkartenangebot. Der Kunde lädt entweder sein Guthaben mit einem Ladebon bei Hofer auf, oder er erledigt dies online. Hierbei können auch Kostenlimits individuell festgelegt werden. Vertragsbindung gibt es keine, will der Kunde aussteigen, lädt er einfach sein Handy nicht mehr auf. Gestützte Mobiltelefone werden nicht angeboten, das Angebot ist „Sim only“. Neben der Eigenmarkte Medion werden künftig bei Hofer aus Samsung-Geräte angeboten.

„Wir haben seit Jahrzehnten das gleiche Modell im Mobilfunk - Wertkarte oder Vertrag. Wir haben das beste aus beiden Modellen genommen und bieten ein in Österreich völlig neues Tarifkonzept an“, sagte Mobilfunk-Urgestein Michael Krammer zu seiner Kooperation mit Hofer beim neuen Mobilfunkangebot des Diskonters.

Die beiden Tarife „HoT flex“ und „HoT fix“, die ab 2. Jänner bei Hofer angeboten werden, würden die gleiche Kostenkontrolle wie bei einem Wertkartenangebot bieten, seien aber bequem wie ein Vertrag - aber ohne Vertragsbindung. Außerdem könne das Guthaben online problemlos im Ausland aufgeladen werden, was gegenüber den derzeitigen Wertkartenangeboten ein deutlicher Zusatznutzen sei.

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Zwei weitere Kunden möglich

Eine direkte Konkurrenz zu „Yesss!!!“ sieht Krammer nicht, denn dies sei ein klassisches Wertkarten/Vertragsangebot, während Hofer eine Eigenmarke mit eigenem Tarifmodell und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis offeriere. „Yesss“ bietet ab 2. Jänner seine Produkte in allen Billa-, Merkur- und Bipa-Filialen sowie in ausgewählten Adeg-Geschäften an - also im ganzen Rewe-Reich in Österreich. Im April des heurigen Jahres war bekannt geworden, dass Hofer den Vertriebsvertrag mit „Yesss“, mittlerweile ein Tochterunternehmen von Marktführer Telekom Austria (A1), aufgelöst hatte.

Hofer ist der erste große Kunde für Krammer und seine neue Firma ventocom, mit der er Großkonzernen ein eigenes Mobilfunkangebot unter deren Namen anbieten will. ventocom kümmert sich um die Technik und Abrechnung, der Konzernpartner um Verkauf und Werbung. Möglicherweise sollen heuer noch zwei Kunden dazu kommen, aber derzeit konzentriere er sich voll auf Hofer, so Krammer im Gespräch mit der APA. Da treffe es sich gut, dass gerade Winterpause im Fußball ist. Krammer ist auch Präsident des SK Rapid Wien.

Krammer blickt auf eine reiche Erfahrung im Mobilfunk zurück: Er war Chef von tele.ring, jene Marke, die er mit dem Spruch „Weg mit dem Speck“ berühmt machte. Zuletzt war er Boss des mittlerweile von „3“ übernommenen Mobilfunkers Orange Österreich. (APA)