Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 15.07.2015


Standort Tirol

Osttirol Invest wird Fall für den Landtag



Innsbruck, Lienz – Dass die im Besitz der Felbertauernstraßen AG (75 Prozent) und des Landes (25 Prozent) stehende Osttirol Investment Gesellschaft (OIG) ihre stille Beteiligung von sechs Mio. Euro bei den zur Schultz-Gruppe gehörenden Kalser Bergbahnen auf null abgeschrieben hat, wird ein Fall für den Landtag. Die Gesellschaft wird aus Ausschüttungen durch Mauteinnahmen gespeist und unterstützt Osttirols Wirtschaft. Sowohl die Liste Fritz als auch Impuls wollen Aufklärung über diese Vorgänge.

Beihilfenrechtlich stufte die Landesregierung die sechs Mio. Euro im Jahr 2012 noch als reine Beteiligung ein. Optimistisch blickte die Regierung auch der Entwicklung des neuen Großraumskigebiets entgegen: „Es ist aufgrund der vorliegenden Ergebnisse der einzelnen Skigebiete der Unternehmensgruppe Schultz zu erwarten, dass auch die beiden neuen Bergbahnunternehmen in Matrei und Kals a. Gr. sich in den nächsten Jahren positiv entwickeln werden“, hieß es in einer Stellungnahme zum Bericht des Landesrechnungshofs. In Kals war jedoch das Gegenteil der Fall: In den vergangenen drei Jahren wurden Verluste von 838.000 Euro bis 932.000 Euro eingefahren.

Liste-Fritz-Klubchefin Andrea Haselwanter-Schneider und Bezirkssprecher Markus Sint wollen drei Fragen geklärt wissen. „Erstens, was wurde aus der Haftung von 729.000 Euro? Zweitens, hält die OIG die Beteiligung aufrecht und welche Zuschüsse muss die OIG dann künftig aus Steuergeld für die Bergbahnen Kals leisten? Und drittens, was kostet die Steuerzahler ein Ausstieg der OIG aus der Beteiligung an den Bergbahnen Kals?“ Die Tiroler hätten ein Recht darauf zu erfahren, wie ihr Geld von der OIG verteilt und eingesetzt werde.

LA Josef Schett (Impuls) will der OIG ebenfalls auf den Zahn fühlen. „Aufgrund der Kriterien haben Osttiroler Firmen gar keine Förderung mehr beantragt.“ Die Abschreibungen in Kals müssten deshalb auch aus diesem Blickwinkel betrachtet werden. Im Oktober-Landtag wollen beide Parteien die entsprechenden Antworten einfordern. (pn)