Letztes Update am Mi, 15.07.2015 13:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Standort Tirol

Vorarlberger Käserebellen erobern das Zillertal

Mit großer Mehrheit entschieden sich die Mitglieder der Sennereigenossenschaft Zillertal-Mitte für einen Pächterwechsel.

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Von Angela Dähling

Zell a. Z. – Das Ergebnis ist eindeutig: 90 Prozent der anwesenden Mitglieder der Sennereigenossenschaft Zillertal-Mitte stimmten Dienstagabend dafür, ihre Sennerei ab 1. Juli 2016 für mindestens fünf Jahre an die Käserebellen aus Vorarlberg zu verpachten. Bis dahin läuft der Pachtvertrag mit der Tirol Milch.

„Wir freuen uns sehr und sehen großes Potenzial im Zillertal“, sagt Andreas Geisler, Geschäftsführer der Käserebellen und ehemaliger Geschäftsführer der Tirol Milch. 2,5 Mio. Euro sollen in eine neue Käseproduktionsanlage am Standort in Zell investiert und acht Mio. Kilogramm Heumilch verarbeitet werden. „Ich sehe die Abstimmung als Zeichen, dass die Heumilchbauern an einer eigenen Verarbeitung interessiert sind“, sagt Genossenschaftsobmann Hansjörg Schneeberger. Bei der Generalversammlung präsentierte die Führungsriege der Vorarlberger Käserebellen, deren Eigentümer im Allgäu sitzt, den Bauern ihr Konzept. „Die Tirol Milch hatte vor einem Monat in einer eigenen Infoveranstaltung ihres präsentiert“, erklärt Schneeberger, warum kein Vertreter der Tirol Milch anwesend war. Deren Konzept sei wegen der Milchabholung durch eigene Frächter nicht so gut angekommen. Die Käse­rebellen würden zudem auf tägliche Abholung umstellen und derzeit vier Cent mehr pro Liter Heumilch zahlen. Offen bleibt, ob die Lieferverträge der Silomilchbauern mit der Tirol Milch weiterlaufen.

Auf die Frage, ob die Tirol Milch in Zell nicht investiert hätte, sagt Schneeberger: „Darüber haben wir nie gesprochen.“ „Stimmt nicht, sie wollte investieren und eine langfristigere Pacht“, kontert Sepp Brindlinger, der nach 20 Jahren Geschäftsführung der Sennereigenossenschaft kürzlich das Handtuch warf. Arbeitsrechtliche und Haftungsfragen bei der Milchabholung waren die Gründe dafür. Tirol-Milch-Obmann Stefan Lindner war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.