Letztes Update am Mi, 09.12.2015 10:03

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Shopping-Ansturm: Stadt denkt für 2016 Pkw-Lotsendienst an

Nach dem enormen Andrang am Montag verlief der Ausklang des verlängerten Einkaufswochenendes gestern wieder vergleichsweise ruhig.

Teils ging auf Innsbrucks Straßen gar nichts mehr.

© TT/Andreas RottensteinerTeils ging auf Innsbrucks Straßen gar nichts mehr.



Innsbruck – Nichts, aber auch rein gar nichts mehr ging am Montag in und um Innsbruck. Stoßstange an Stoßstange wälzte sich eine Blechkolonne nicht nur durch die heillos verstopften Haupteinfallsrouten, auch auf den Nebenstraßen kam der Verkehr mitunter zum Erliegen. Ein Fenstertag, genutzt von Einkaufswütigen aus Italien und dem Rest Tirols, sowie der Arbeiter- und Pendlerverkehr waren daran schuld. In Summe dürften das verlängerte Wochenende gut 200.000 Gäste Innsbruck besucht haben.

„Der Ansturm war extrem stark“, sagte Robert Kofle­r, stv. Kommandant der Polizei-Verkehrsinspektion Wilten. Während am Sonntag über 200 Busse Innsbruck ansteuerten, waren es am Montag immerhin noch gut 200. Dementsprechend voll waren auch die Busparkplätze. Das hohe Verkehrsaufkommen schlug auch in der Unfallstatistik zu Buch­e, wie Kofle­r sagt. Die Polizei musste zu 20 Unfällen ausrücken – das sei schon „außergewöhnlich viel“. In sechs Fällen wurden dabei auch Personen verletzt.

„Überrascht“ sei man von der Masse an Privat-Pkw gewesen, sagte der für Tourismus zuständige Stadtrat Franz Gruber. Er will daher für das kommende Jahr eine Art „Lotsendienst“ für Pkw einrichten. Die Lotsen sollen an den Stadtzufahrten postiert werden.

Kauflust nach dem Ansturm gedrosselt, Handel zufrieden

Gestern schien sich die Kauflust am Ende eines verlängerten Einkaufswochenendes dann doch etwas gelegt zu haben. Der verkaufsoffene Feiertag Maria Empfängnis, traditionell einer der umsatzstärksten Shopping-Tage vor Weihnachten, wurde zum „normalen „Kauftag“ degradiert. „Etwas entspannter als sonst“ ging es beispielsweise im Innsbrucker Kaufhaus Tyrol zu, meldete die Führung des Einkaufszentrums. Rund 30.000 Besucher hatte das Kaufhaus Tyrol erwartet, tags zuvor, am Fenstertag, wurden mehr als 35.000 gezählt: „Montag war der deutlich stärkere Tag.“

Nach den Turbulenzen am Montag ebbte der Ansturm gestern deutlich ab.
Nach den Turbulenzen am Montag ebbte der Ansturm gestern deutlich ab.
- Thomas Boehm / TT

Auch das Einkaufszentrum Cyta in Völs meldete gestern einen im Vergleich zu den Vorjahren vergleichweise ruhigen Einkaufsfeiertag. „Überlaufen war es nicht“, sagte Geschäftsführer Erich Pechlaner. Das Weihnachtsgeschäft werde sich heuer insgesamt in etwa auf dem Niveau des Vorjahres einpendeln. „Mehr ist unrealistisch. Die Zeiten, in denen die Leute ihre Weihnachtsausgaben stark steigern, sind vorbei“, so Pechlaner. Im Innsbrucker Einkaufszentrum Dez zeigte man sich am gestrigen Feiertag „sehr zufrieden“ mit dem Geschäft, schilderte Geschäftsführer Helmut Larch. Genaue Besucherzahlen gab Larch nicht preis. Mit dem Weihnachtsgeschäft sei man aber gegenüber dem Vorjahr im Plus, so Larch.

Auch die Gewerkschaft GPA-djp zog gestern durch die Einkaufszentren, um die Entlohnung der Feiertagseinsätze zu prüfen. Für die Beschäftigten sind 100 Prozent Zuschlag und Zeitausgleich fällig. Profiteure des Marienfeiertags sind daher vor allem Einkaufszentren und Einkaufsstraßen. Kleinere Unternehmen schrecken die Zuschläge ab.