Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.12.2015


Standort Tirol

Nationalpark will sich besser verkaufen

Vom Image zum Geldwert: Im Nationalpark Hohe Tauern wird eine Stelle für einen Tourismusprofi ausgeschrieben.

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© Blassnig



Von Christoph Blassnig

Matrei i.O. – „Der Nationalpark ist noch nicht in allen Köpfen angekommen“, zitiert LHStv. Ingrid Felipe eine Aussage aus der 48. Sitzung des NP-Kuratoriums. Gemeinsam mit NP-Direktor Hermann Stotter legte sie den Fahrplan für das nächste Jahr vor.

Ein zentrales Anliegen für die Region müsse künftig das professionelle touristische Marketing der natürlichen Ressource Nationalpark Hohe Tauern sein. „Im Tiroler Teil haben wir uns in der Vergangenheit zu sehr auf Imagebilder der atemberaubenden Szenerie verlassen“, meint Felipe. „Kärnten und noch mehr Salzburg sind uns in der Vermarktung der Marke Nationalpark voraus.“ Von den Bildern will man hin zu konkreten Angeboten und Produkten bald große Schritte machen. Wie im Lechtal könne Natura 2000 einen Glücksfall bedeuten. Im Unterschied zu den beiden Nachbar-Bundesländern habe es in Tirol nie einen klaren politischen Auftrag dazu gegeben, räumt Felipe Aufholbedarf ein. Ebenso wenig habe die Osttirol Werbung den Auftrag gehabt, entsprechende Produkte zu entwickeln. Um die Potenziale zu nutzen, wird mit Jahresbeginn ein Tourismusprofi gesucht, der die Märkte kennt und die Zusammenarbeit mit den Partnerbetrieben der Region weiter entwickeln soll. „Wichtig sind uns neben dem touristischen Hintergrund Gespür und Verständnis für das richtige Destinationsmanagement“, so Felipe. „Vielleicht gibt es ja einen Heimkehrer, der sich mit Erfahrung und Begeisterung einsetzen möchte.“

Der Nationalpark erhält für das nächste Jahr 850.000 Euro aus Bundesmitteln, dazu EU-Gelder. Neben den laufenden Kosten für die rund fünfundzwanzig Bediensteten und Ranger wird in neue Projekte investiert. Zwei Lehrwege sind im Entstehen: einer im Zedlacher Paradies und der Wasser-Erlebnisweg in St. Jakob. Eine Referenz-Fläche im Gschlösstal wird zur wissenschaftlichen Langzeit-Beobachtung genutzt. „Wir untersuchen das vom Menschen unbeeinflusste Ökosystem im Hochgebirge und seine möglichen Veränderungen durch den Klimawandel“, erklärte Florian Jurgeit. Auch das Konzept für die Gestaltung der Ausstellungsfläche im neuen Tourismushaus in Lienz ist fertig: Multimediale Präsentationen und großformatige Flächen sollen die Natur in die Stadt holen und Lust auf mehr machen.

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