Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 11.12.2015


Bezirk Landeck

Große Pläne zu Rad-Netz und beheizbarem See

Der TVB Tiroler Oberland setzt auf den Radtourismus. Überlegungen, den Badesee Ried mit Abwärme des Kraftwerks zu heizen, leben auf.

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© Nauders Tourismus



Von Matthias Reichle

Kaunertal, Oberes und Oberstes Gericht – „Wir haben heuer an der Via Claudia Augusta über 100.000 Radfahrer gezählt“, ließ Tourismusobmann Armin Falkner bei der Vollversammlung des TVB Tiroler Oberland aufhorchen. Der Radtourismus boomt – nicht nur an der internationalen Radverbindung von Bayern nach Italien. In allen drei Teilregionen – Kaunertal, Inntal und Nauders– planen die Touristiker derzeit Projekte rund ums Biken.

In Nauders wurde mit den 3-Länder-Enduro-Trails bereits heuer ein grenzüberschreitendes Netz an Mountainbike-Strecken vorgelegt. Ein Singletrail zwischen Fendels und Ried stehe kurz vor der Genehmigung, betont Falkner, dem ein ganzes Mountainbike-Netz für die Region vorschwebt. Geplant ist auch die Verbindung vom Kaunertal nach Südtirol. Während die Skischaukel nach Langtaufers derzeit noch ungewiss ist, könnte der Zusammenschluss im Sommer also bald Realität sein.

Das größte Radprojekt ist jedoch der Lückenschluss an der Via Claudia zwischen Altfinstermünz und Nauders für die Radwanderer, der – kürzlich präsentiert – bereits im kommenden Jahr in Bau geht.

Darüber hinaus setzen die Touristiker stark auf den naturnahen Sommertourismus. Im kommenden Jahr will man die Verpeilschlucht im Kaunertal mit Brücken, Treppen und Plattformen erlebbar machen. Größere Pläne verfolgt man zudem beim Badesee in Ried. Aufbauend auf Plänen des Rieder Architekten Mathoy könnte die Abwärme, die beim Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) entsteht, dazu genutzt werden, das Seewasser aufzuheizen.

Falkner denkt dabei aber nicht etwa an eine ganzjährige „Therme“. Es geht um eine Verlängerung der Sommersaison – zum Beispiel von Anfang Mai bis Ende Oktober. Zudem könnte man wetterunabhängig schwimmen gehen. Inzwischen wurde ein Arbeitskreis eingesetzt, der in den nächsten zwei, drei Jahren bis zur Inbetriebnahme des Kraftwerks ein naturnahes Projekt rund um den See und das nahe Schwimmbad entwickeln soll. Dazu könnte auch ein Auwald gehören, der an die Areale anschließt.

Manuel Baldauf, TVB-Geschäftsführer der Teilregion Nauders, präsentierte die Projekte des abgelaufenen Jahres, die mit der Erhöhung der Ortstaxe finanziert wurden: das neue Seilbahncenter, das dank eines Kraftakts nach dem Großbrand heute feierlich eröffnet werden kann, den Umbau der Nauderer Stieralm oder die neue Trinkstube für die Sauerbrunn-Quelle in Prutz.

Zufrieden zeigte man sich mit der Nächtigungsbilanz. „Wir sind gar nicht so schlecht, wie wir oft denken“, bekannte Michaela Gasser, Geschäftsführerin der Region Kaunertal. Der TVB Tiroler Oberland schließt das Tourismusjahr 2014/15 mit 1,495.671 Nächtigungen (+ 2,39 %) bzw. 314.667 Ankünften (+ 3,58 %).

Eine Umstrukturierung erfolgte unterdessen im Verband. Im Inntal gibt es zwei neue Bereichsleiter: Elis­a Thöni in Pfunds und Daniel Rundl in Prutz/Ried.