Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.12.2015


Osttirol

OIG: Wirbel um Abwertung von Millionen

Die Sechs-Mio.-Beteiligung der Osttirol Investment GmbH (OIG) in Kals schlägt Wellen. Laut Föger wurde nur die Hälfte abgewertet, nicht alles.

Die Skischaukel Kals-Matrei wurde massiv öffentlich gefördert.

© OblasserDie Skischaukel Kals-Matrei wurde massiv öffentlich gefördert.



Von Catharina Oblasser

Kals — Sind es drei Millionen oder sechs? Diese Frage stellt sich rund um die Beteiligung der Osttirol Investment GmbH (OIG), die sie zwischen 2006 und 2008 an den Kalser Bergbahnen übernahm. Die OIG gehört zu drei Vierteln der Felbertauernstraßen AG und zu einem Viertel dem Land, Zweck ist die Förderung der Osttiroler Wirtschaft.

Liftkaiser Heinz Schultz hat damals groß in Kals investiert. Unbestritten ist, dass die OIG mit sechs Millionen einstieg. Die touristische Entwicklung in Kals blieb aber weit hinter den Erwartungen zurück. Ergebnis: Da den investierten sechs Millionen Euro kein realer Wert mehr gegenüberstand, muss die OIG in ihren Bilanzen auch den Buchwert dieser Beteiligung anpassen. Gerhard Föger, Aufsichtsratsvorsitzender der OIG und oberster Tourismusbeamter Tirols, sagte der TT im September 2015: „Ich bin nicht dafür zu haben, die Situation schönzufärben und die Beteiligung über Jahre abzuschreiben. Deshalb erfolgt jetzt die Abwertung auf null."

Das rief Josef Schett, Landtagsabgeordneter von impuls-tirol, auf den Plan. Sein Klub stellte den Antrag an den Landtag, diese radikale Abwertung prüfen zu lassen. „Nach wie vor liegt unser Antrag im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Technologie", sagte Schett am Freitag. „Der Ausschuss hat einen Bericht von Gerhard Föger dazu angefordert." Für Schett ist außerdem zu prüfen, ob es sich bei den sechs Millionen der OIG nicht vielmehr um einen verlorenen Zuschuss, also eine Förderung, handle, und nicht um eine Beteiligung. Denn das sei gegenüber anderen Förderwerbern ungerecht.

Föger, angesprochen auf den Bericht für den Ausschuss, sagte am Freitag dazu zur TT: „Der Antrag von impuls-tirol ist fehlerhaft. Nicht alle sechs Millionen sind abgewertet worden, sondern nur drei. Das geschah im Lauf der letzten Jahre." Die restlichen drei Millionen der Beteiligung seien noch aufrecht. Das Gleiche sagt OIG-Geschäftsführer Karl Poppeller.

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Schetts Frage, ob die sechs Millionen der OIG als Förderung gelten können, ist nicht unerheblich. Von Seiten der EU gibt es nämlich genaue Vorgaben, wie hoch die Errichtung von Bergbahnen maximal gefördert werden darf. Wendet sich jemand mit dieser Angelegenheit an Brüssel, könnte es eng werden.