Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 24.06.2016


Standort Tirol

Volksbanken in Tirol fixieren heute Fusion

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Innsbruck – Monatelang wurde intensiv über den Zusammenschluss der drei Nordtiroler Volksbanken Tirol Innsbruck-Schwaz, Landeck sowie Kufstein-Kitzbühel verhandelt. Gestern Abend waren bereits die Genossenschafter in Generalversammlungen an der Reihe, heute sollen dann die Hauptversammlungen die Fusion endgültig absegnen und die gemeinsame Volksbank Tirol auf die Reise schicken. Wirksam werden soll der Banken­zusammenschluss dann ab September dieses Jahres.

Neben der Volksbank Tirol Innsbruck-Schwaz, die ihren risikobereinigten Gewinn EGT im Vorjahr um 56,5 Prozent auf 14,4 Mio. Euro verdoppeln konnte, haben auch die annähernd gleich großen Institute in Kufstein (EGT von 9,65 Mio. Euro) und Landeck (EGT von fast 4,7 Mio. Euro) im Vorjahr Zuwächse erzielt. Das fusionierte Institut wird über eine Bilanzsumme von über 3 Mrd. Euro, 39 Filialen sowie 470 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen. Es wurde bereits im Vorfeld versucht, bei den Kunden Sorgen zu zerstreuen: Es solle sich nichts ändern, auch ein größerer Personalabbau sei kein Thema. Über verschiedene Details, auch über die mit Spannung erwartete Zusammensetzung des künftigen Vorstands, will man heute nach Vorliegen aller Beschlüsse der Gremien informieren.

Das Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG hatte sich mit seiner Osteuropa-Expansion massiv vergaloppiert, einspringen mussten der Staat und die regionalen Volksbanken. Auf Druck des Bundes wurde eine Bereinigung der Struktur der früher 41 Institute auf acht Landes-Volksbanken vereinbart. Die Volkbank Landeck rebellierte zunächst, musste aber auf Druck des Ministeriums und der Finanzmarktaufsicht klein beigeben. Die Volksbank Osttirol-Westkärnten verweigerte indes mit Erfolg eine Fusion mit den Kärntner Volksbanken und fungiert heute als DolomitenBank Osttirol-Westkärnten – und kooperiert in verschiedenen Bereichen mit der Hypo Tirol. (va)