Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 27.07.2016


Osttirol

Skischaukel Sillian-Sexten lebt auf

Nach langer Verzögerung packt Heinz Schultz mit der Südtiroler Drei Zinnen AG die Verbindung an. Der Lift soll vom Thurntaler zum Hochgruben führen und Osttirol an den größten Kartenverbund der Welt binden.

© Schett



Von Catharina Oblasser

Sillian, Heinfels, Sexten – Eine Geländebegehung des Grenzgebietes Südtirol-Osttirol brachte Neues ans Licht: Josef Schett, Vorstand des Tourismusverbandes Ost­tirol und zugleich Landtags­abgeordneter für impuls-­Tirol, verbrachte mit Kollegen eine­n Tag auf dem Areal der künftigen Skischaukel Sillian-Sexten.

Jahrzehntelang hatten sich Osttiroler Touristiker, Politiker sowie der Chef der Jalousien-Firma Hella, Franz Kraler, um das Projekt bemüht. Nun scheint es endlich in die Gänge zu kommen. „Die Anbindung an Südtirol ist wirtschaftlich enorm wichtig“, meint Josef Schett. „Damit werden wir Teil des größten Skiverbundes der Welt, Dolomiti Superski.“ Der Verbund umfasst zwölf Skigebiete von der Seiser Alm bis Cortina d’Ampezzo und den Drei Zinnen. Auch Sexten gehört dazu. Dolomiti Superski umfasst 450 Lifte, 1200 Kilometer Skipiste und 28 Snowparks in rund 50 Ortschaften.

Schett fordert nun von allen Entscheidungsträgern ein rasches und entschlossenes Vorgehen, um das Projekt so schnell wie möglich umzusetzen. 2018 oder 2019 könnte es so weit sein, hofft der Tourismusvorstand. Da es bis in die 1980er-Jahre mit der Helmbahn bereits einen Skilift an dieser Stelle gegeben habe, seien die behördlichen Verfahren sicher leichter zu bewerkstelligen, glaubt Schett.

Von Südtiroler Seite wäre der Zusammenschluss schon möglich, die Lifte im Skigebiet von Sexten sind vorhanden. Erst im Mai hatt­e sich der Liftbetreiber, die Sextener Dolomiten AG, in „Drei Zinnen AG“ umbenannt, während der Voll­versammlung gaben die Gesellschafter einstimmig grünes Licht für die Erweiterung nach Osttirol.

Neuer Mitspieler bei diesem Projekt ist Heinz Schultz. Der Zillertaler Liftunternehmer betreibt in Sillian bereits das Skigebiet Thurntaler. Mit im Boot sein soll auch die Drei Zinnen AG, deren Präsident Franz Senfter aus Innichen ist. Senfter ist bekannt für seinen beliebten Speck, er ist aber auch Touristiker und Immobilienunternehmer. Auch Hella-Chef Franz Kraler, der das Projekt seit Jahrzehnten begleitet, soll dabei sein.

Dem Vernehmen nach wollen sich diese drei zur Hochgruben GmbH zusammenschließen, die als Projekt­träger auf österreichischer Seite dient. Im Firmenbuch ist die Hochgruben GmbH noch nicht zu finden.

„Hochgruben“ ist auch der Name des Sattels nahe der Sillianer Hütte, auf dem sich die Bergstation des neuen Liftes befinden soll. Die Talstatio­n würde am Parkplatz des Thurntaler liegen, sodass das schon bestehende Skigebiet ebenfalls angeknüpft wird. Laut dem Heinfelser Bürgermeister Georg Hofmann ist die Mittelstation im Bereich des so genannten Gschwendter Kreuzes im Ortsgebiet von Heinfels angesiedelt. Näher­e Details zu den Planungen kennt er aber nicht.

Eine offizielle Bestätigung der Projektträger gibt es nicht. Heinz Schultz erklärt auf Anfrage der TT: „Derzeit laufen Verhandlungen auf verschiedenen Ebenen und viele Entscheidungen sind noch zu treffen. Es ist noch nichts konkret, daher können wir keine Stellungnahme abgeben.“ Ausständig sind auch noch die Übereinkommen mit den betroffenen Grundbesitzern. Auch Franz Kraler will zum Projekt jetzt nichts sagen. Eine Anfrage der Tiroler Tages­zeitung an die Süd­tiroler Drei Zinnen AG blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.