Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.08.2016


Exklusiv

Bike-Spektakel mit 700.000 € subventioniert

Damit „Crankworx“ nach Tirol kommt, muss die öffentliche Hand kräftig mitzahlen. Nicht alle wissen offenbar von ihrem Glück. TVB Serfaus-Fiss-Ladis hatte Event abgelehnt.

Innsbruck hofft, sich durch „Crankworx“ als internationale Raddestination langfristig zu etablieren. Doch der Einsatz kostet.

© CrankworxInnsbruck hofft, sich durch „Crankworx“ als internationale Raddestination langfristig zu etablieren. Doch der Einsatz kostet.



Von Manfred Mitterwachauer

Mutters, Innsbruck, Fiss – Die Infrastruktur im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis wäre perfekt. Und doch entschied sich der gleichnamige Tourismusverband gegen eine Kooperation mit „Crankworx“. Jenem mehrtägigen Mountainbike-Spektakel aus Whistler (Kanada) mit Ablegern in Frankreich und Neuseeland, das nun der TVB Innsbruck für Mutters und die Landeshauptstadt an Land gezogen hat. Wie berichtet, finden im Rahmen von Crankworx 2017 mehrere Bike-Rennen in Mutters sowie in Innsbruck statt. Die Verantwortlichen rechnen für diese Erstauflage samt Festivalcharakter mit rund 10.000 Besuchern.

„Das ist nicht unser Thema, weil wir uns den Familien verschrieben haben“, begründet GF Josef Schirgi das Ausschlagen des Angebotes durch den TVB Serfaus-Fiss-Ladis. Seit drei Jahren findet dort bereits ein Mountainbike-Festival für 11- bis 18-Jährige statt. Man habe sich in Whistler umgesehen, die Gespräche blieben aber nur auf informeller Ebene. Den Kontakt zu den Tirolern habe Crankworx gesucht. Dieser Profisport sei aber „nicht das, was wir wollen“. Zumal man den angeblich geforderten TVB-Zuschuss in der Höhe von 200.000 bis 250.000 Euro nicht leisten wollte. „Wir investieren lieber in die Qualität unseres Parks.“ Schirgi glaubt auch nicht, dass die europäische Version an jene in Whistler herankommen könne, wenngleich er überzeugt ist, dass Innsbruck „sicher daraus etwas machen wird“.

Eine Million Euro kostet die Veranstaltung in Tirol. Das wurde gestern bekannt. Davon entfallen 700.000 € auf die öffentliche Hand. Je 200.000 € sollen TVB, Stadt und Land (plus Tirol Werbung) zahlen, den Rest der Planungsverband westliches Mittelgebirge (100.000 Euro). Je 150.000 € sollen durch Sponsoring seitens Crankworx und nationale Sponsoren bzw. den ­Ticketverkauf reinkommen.

Christian Abenthung, BM von Axams und Planungsverbandsobmann, will zwar vom TVB über die Veranstaltung informiert worden sein, eine Co-Finanzierung sei ihm aber „völlig neu und auch nicht vorstellbar“. TVB-Obmann Karl Gostner indes beteuert, dass „die Finanzierung gesichert ist“. Der Vertrag laufe über zwei Jahre. Schließlich solle die Bikeregion weiterentwickelt werden. Der Mutterer Bikepark wurde indes „aus marketingtechnischen Gründen“ in „Bikepark Innsbruck“ umbenannt. Auch das soll der Regionsidee dienen.

Die Stadt hat 150.000 € beschlossen und weitere 50.000 € „in Aussicht gestellt“. Das Land hat eine Verwendungszusage über 100.000 Euro erteilt, sagt LHStv. Josef Geisler. Ein Beschluss soll folgen.