Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.08.2016


Bezirk Lienz

Zahl der Arbeitslosen in Osttirol sinkt seit acht Monaten

Seit Dezember 2015 weist jeder Monat ein Minus an Jobsuchenden im Vergleich zum Vorjahr auf. Das Stellenangebot in Lienz wuchs.

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© Oblasser



Von Catharina Oblasser

Lienz – Die Lage auf dem Osttiroler Arbeitsmarkt entspannt sich langsam. Das sagt Otto Plattner, stellvertretender Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) in Lienz. Und das zeigt auch die Statistik. In den ersten sieben Monaten 2016 war die Zahl der Job­suchenden stets geringer als die Vergleichszahl 2015.

Ein Grund dafür ist laut Plattner, dass das Bau­gewerbe aufgrund der günstigen Witterung schon früh im Jahr wieder Leute eingestellt hat. Das ist es aber nicht alleine. „Wir haben das Angebot an freien Stellen fast verdoppeln können“, erzählt Plattner. Die AMS-Mitarbeiter hätten dabei nicht nur auf Stellenmeldungen gewartet, sondern aktiv gesucht: auf Jobbörsen im Internet, in Zeitungs­inseraten oder durch Anfrage bei Betrieben. „Damit haben wir so viel­e freie Stellen wie möglich auf einer Plattform versammelt“, sagt der stellvertretende Leiter. „So haben auch mehr Arbeitssuchende etwas Passendes gefunden.“

Groß sei der Zuwachs an Vermittlungen auch bei gehobeneren Jobs gewesen, so Plattner. „Das sind Stellen mit einem Bruttogehalt ab 1900 Euro.“ Beispiele dafür sind technische und manche Sozialberufe. Auch in der Gastronomie gibt es solche Stellen. Stichwort Gastronomie und Tourismus: Nicht wenige ließen sich für einen solchen Beruf begeistern, obwohl sie ursprünglich etwas anderes gesucht hatten. „Der Tourismus ist traditionell ein Anbieter von vielen freien Stellen“, weiß Plattner. So führte das AMS einen Kurs für angehende Rezeptionistinnen und Rezeptionisten durch. Darin bekamen Personen aus dem Bürobereich das nötige Zusatzwissen, um in einem Hotel zu arbeiten. Italienisch und eigene Computerprogramme waren Teil des Kurses.

Für Asylwerber mit einem gültigen Asylbescheid hat das AMS bereits einen Deutschkurs durchgeführt, im Herbst folgen zwei weitere, Erfolg­e sind schon sichtbar. Ein Schwerpunkt ist das in Lienz allerdings nicht, weil sich die Zahl der Personen gegenüber allen anderen Arbeitslosen in Grenzen halte, berichtet der Arbeitsmarkt-Experte.

Seit vielen Jahren bewegt sich die Arbeitslosenquote in Osttirol um zehn Prozent. 2015 waren es 10,3 Prozent. Geht der Trend der ersten sieben Monate 2016 so weiter, könnte sich ein Sinken der Jahres-Arbeitslosenquote um ein Prozent ausgehen.