Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.08.2016


Bezirk Reutte

Grundsätzliches Nein für Chaletdörfer und Bausünden

Der Lermooser Gemeinderat ist skeptisch gegenüber zwei Anlagen mit Chalets. Das wird in das Raumordnungskonzept eingearbeitet.

© PaschingerMit zwei möglichen Chaletdörfern ist Lermoos konfrontiert.



Von Alexander Paschinger

Lermoos – Es waren gleich einige grundsätzliche Positionen, mit denen sich der Lermooser Gemeinderat in seiner August-Sitzung zu beschäftigen hatte. Da ging es zum einen um die Haltung der Mandatare zu etwaigen Chaletdörfern, zum anderen aber auch um die Möglichkeit, einen zu hoch geratenen Bau mit einer Änderung des Bebauungsplanes zu „reparieren“.

Er habe „binnen kürzester Zeit zwei solche Projekte auf den Tisch bekommen“, erklärte Bürgermeister Stefan Lagg dem Gemeindeparlament. Da ist einmal jenes Chaletdorf von TVB-Obmann-Stellvertreter Ernst Mayer, das zehn bis zwölf Gebäude am Hochmoos umfassen würde. Und es gebe die mündliche Ankündigung von Christoph Swarowski, ein Projekt im Rahmen des Neubaus der Mittelstation am Grubig ins Auge zu fassen. „Die Stellungnahme der Abteilung Raumordnung zur Umsetzung eines solchen Projektes ist negativ“, fasste Lagg zusammen, und auch in der Ausschusssitzung habe man sich gegen das Alm-Chaletdorf außerhalb des Siedlungsraumes ausgesprochen.

Die Wortmeldungen im Gemeinderat richteten sich ebenfalls durchwegs gegen die Vorhaben. „Nächstes Jahr steht ohnehin das Raumordnungskonzept an – da gehört das hinein“, meinte GR Fritz Mitterbauer. Schließlich einigte sich der Lermooser Gemeinderat einstimmig da­rauf, die ablehnende Haltung in diesem neuen Konzept festzuschreiben. Ein Chaletdorf macht „im Siedlungsgebiet keinen Sinn“, meint Mayer zur der TT. „Wir haben in Lermoos genügend potente Personen, die ansonsten dem Beispiel folgen könnten“, erklärt BM Lagg im TT-Gespräch die Problematik.

Einen Abschluss fand auch die Causa eines zu hoch geratenen Appartement-Hauses. Weil es um 49 Zentimeter zu hoch gebaut wurde, fehlen bei den Abständen zu den Nachbarn 7,5 bzw. acht Zentimeter. Der Bauherr betonte, von dieser überschrittenen Höhe nichts zu haben und dass hier wohl „Grad und Prozent der Dachneigung“ von der Baufirma verwechselt wurden. Schon Alt-BM Maria Zwölfer hatte den Abbruchbescheid für den zu hoch geratenen Teil herausgegeben (die TT berichtete). Nun beschäftigte sich der Gemeinderat in einer geheimen Abstimmung mit der grundsätzlichen Möglichkeit, den Bebauungsplan zu ändern und damit die nötigen Abstände herzustellen.

Diese endete mit 7:6 denkbar knapp dafür, den Bebauungsplan zu belassen. Das bedeutet, dass der gesetzeskonforme Zustand herzustellen ist, also Rückbau. Auch hier argumentierten die Gemeinderäte mit drohenden Folgewirkungen.