Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.10.2016


Bezirk Imst

TTV-Präsident fordert tragfähige Tunnellösung für Fernpass

Wenn der Zusammenschluss der Gletscherskigebiete ein Plus von 15 Prozent bringt, wird auch die Fernpassstrecke mehr Verkehr haben.

© Paschinger



Von Alexander Paschinger

Sölden – „Wir brauchen den Gesamtblick und eine Gesamtlösung. Die Probebohrungen am Fernpass sind reine Geldverschwendung“, ist Josef Falkner überzeugt. Für den Sölder Hotelier und Präsidenten der Tiroler Tourismusvereinigung (TTV) ist „das Fass voll“. Schon jetzt brauchen die Gäste von Deutschland zur Staatsgrenze gleich lang, wie sie sich dann über den Fernpass hinein ins Ötztal stauen. „Das kann es nicht sein“, meint er, „der Fernpass ist in Westtirol eines der wichtigsten Themen.“

Der von LH Günther Platter angekündigte Fernpass-Scheiteltunnel samt notwendigem Tschirganttunnel ist für den Touristiker zu wenig: „Das bedeutet nur eine weitere Blockabfertigung.“ Verkehr könne man nicht abhalten, höchstens anhalten, so der stellvertretende Parteichef von Impuls. Und das bedeute Staus, die ihrerseits den Tourismus gefährden würden.

- Paschinger

Er plädiert für eine Gesamtlösung. Wobei ihm der Wanneck-Tunnel von Biberwier in Richtung Mötz vorschwebt. „Das Ganze muss natürlich über die Asfinag finanziert werden. Da kann man die Strecke auch ruhig bemauten“, ist er überzeugt. Derzeit ist die Fernpassstrecke von Deutschlands längster Autobahn A7 aus gesehen die kürzeste und auch günstigste Variante. Untersuchungen, wie hoch der Anteil an Mautflüchtlingen ist, kenne er nicht.

Wohl aber weiß er um die Erwartungen, die der geplante Gletscherzusammenschluss mit sich bringen würde. Rund 15 Prozent mehr an Gästen werden für das Pitztal und das Ötztal prognostiziert. „Ich hoffe auf den Zusammenschluss, und dass sich hier die ÖVP gegen den Koalitionspartner durchsetzt“, so der TTV-Präsident. Dann aber werde man wohl auch mit einem verstärkten Verkehrsaufkommen über den wichtigen Zubringer Fernpass zu rechnen haben.

„Wir leben vom Tourismus“, beschwört Falkner die Politik, eine mutige Herangehensweise zu wählen. Er nimmt das Beispiel Sölden: „Der 3500-Einwohnerort verfügt über 5500 Arbeitsplätze, die von außerhalb besetzt werden.“

Sein Appell: „Bei gutem Willen könnte man in fünf Jahren starten und in acht Jahren haben wir den Tunnel.“ Diese Lösung sei nicht an den Kosten, sondern am Nutzen zu beurteilen.