Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 15.12.2016


Tirol

„Tirol Haus“ wird Fall für Rechnungshof

© Thomas BöhmDie vielen Unklarheiten rund um das geplante Tirol Haus im Hilton-Turm erzürnt die Opposition.



Innsbruck – Das geplante „Tirol Haus“ im Hilton-Turm wird zu einem Fall für den Landesrechnungshof. Die Landtagsopposition aus SPÖ, FPÖ und Impuls Tirol verlangte am Mittwoch nach einer Sonderprüfung des Immobilien-Deals, den Land Tirol, Stadt Innsbruck und der Hotelier Klaus Stiebleichinger paktiert haben. Geplant ist ein Tausch von Hochhaus, Landesbaudirektion und mehreren Stockwerken im MCI-Gebäude. Zu den Kosten gibt das Land bislang keine Auskunft. Im Landesbudget für die nächsten zwei Jahre werden jedoch in Summe 5,7 Mio. Euro für das Projekt vorgesehen, das Tirol Werbung, Standortagentur und Agrarmarketing unter ein Dach bringen soll. Wie exklusiv berichtet, wird das Projekt derzeit nachgebessert. Mit dem benachbarten Casino laufen Verhandlungen, der Start verzögert sich deswegen.

Die neue SPÖ-Tirol-Chefin Elisabeth Blanik forderte gestern u. a. eine Offenlegung „dieses mysteriösen Letter of Intent“, den die drei Projektanten unterschrieben haben. Rudi Federspiel von der FPÖ kritisierte „Geheimverhandlungen“ und empfahl einen Abriss des 70er-Jahre-Turms. Und Hans Lindenberger (Impuls Tirol) verlangte nach Details zu Immo-Maßnahmen, Flächendaten und Kosten.

Die Opposition hofft auf rasche Ergebnisse vom Landesrechnungshof, wenn möglich bis Februar. Der Landtagspräsident müsse die Prüfung in die Wege leiten, da die Parteien die nötigen neun Unterschriften dafür zusammen hätten, hieß es. Nicht mit an Bord ist die Liste Fritz. Sie hat kürzlich selbst eine erneute Anfrage an den Landeshauptmann zu der Causa eingebracht, deren Ergebnis sie abwarten will. Aus dem Büro von Günther Platter hieß es, man sehe einer Prüfung gelassen entgegen. (wer)