Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 06.01.2017


Bezirk Reutte

Petition gegen geplanten Hotelbau in Ehrwald gestartet

Ein 300-Betten-Hotel in der Zugspitzgemeinde löst Pro­test von Anrai­nern aus. BM Hohenegg kontert: Das Projekt sei wichtig für die Entwicklung von Ehrwald.

Kathleen und Alan Alder mit ihren zwei Buben wollen die Fortschreibung des Raumordnungskonzeptes so nicht gelten lassen.

© NikolussiKathleen und Alan Alder mit ihren zwei Buben wollen die Fortschreibung des Raumordnungskonzeptes so nicht gelten lassen.



Von Hans Nikolussi

Ehrwald – Zu wenig Transparenz ortet die Familie Alder aus der Zugspitzgemeinde im Zusammenhang mit der Fortschreibung des örtlichen Raumordnungskonzeptes. Es geht vor allem um den geplanten Bau eines Großhotels im Bereich der Wettersteinbahnen, die TT berichtete. Die Familie macht mit Vehemenz Front gegen das Projekt und hat eine Online-Petition dagegen initiiert. „Einen Hotelkomplex mit rund 300 Betten auf rund 50 Hektar in einem Naturschutzgebiet am Wetterstein mit einer neuen Zufahrtsstraße zu errichten, neue Liftanlagen auf Wiesen und Wäldern zu errichten, kann nicht im Sinne einer gedeihlichen Entwicklung sein“, meint Kathleen Alder, die in unmittelbarer Nähe zum Projektstandort in einem Eigenheim wohnt.

Vor allem die Kürze der Auflagefrist des Konzeptes über die Weihnachtsfeiertage stößt der Kulturmanagerin sauer auf. Es sei einfach unmöglich, während einer solch kurzen Frist die Diskussion auf eine breitere Basis zu stellen. Behandlungen im kleinen Kreis des Gemeinderates sieht sie als wenig zielführend und gibt zu bedenken, dass ein derartiges Vorhaben nicht so einfach „durchgedrückt“ werden dürfe. Mitstreiter, so Alder, auch aus dem Hoteliersbereich und der Bevölkerung seien bereits gefunden. Man hat auf jeden Fall Einspruch erhoben.

Von einer Geheimniskrämerei zu sprechen sei schon weit hergeholt, meint Bürgermeister Martin Hohenegg verständnislos. Das für Ehrwald wichtige Projekt werde schon seit Jahren verfolgt und sei in mehreren Gemeindeversammlungen der Öffentlichkeit nahegebracht worden. Die Fortschreibung des Raumordnungskonzeptes sei eine Weichenstellung, auch mit Visionen für die Zukunft. Das zur Diskussion stehende Hotel-Projekt sei aber innig mit der Erschließung der Pisten vom Gamskar bis zur Ehrwalder Alm verbunden, um die Verkehrsbelastung innerorts zu reduzieren und neue Anreize für den skifahrenden Gast zu schaffen. In den Gremien der Gemeinde gebe es dazu schon seit Beginn einen breiten Konsens.

Konkrete Widmungen und Verkäufe gebe es aber bis dato nicht. Der Willen der Verantwortlichen und auch von Investorenseite dazu scheint aber klar zu sein. Bei der nun vorliegenden Fortschreibung handle es sich lediglich um einige kleine formelle Änderungen, betont das Gemeindeoberhaupt. Den Einspruch werde man rechtskonform im Gemeinderat behandeln. „Dass größere Projekte nicht die Zustimmung aller finden können, liegt in der Natur der Sache. Es sollte aber auch legitim sein, sich über die Zukunft und eine gedeihliche Entwicklung einer Ferienregion Gedanken zu machen und diese auch in einem langfristigen Konzept festzuschreiben. Vor allem wenn die Gemeindeführung geschlossen dahintersteht“, meint Hohenegg an die Adresse der Beschwerdeführer.

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