Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 17.01.2017


Schwaz

Das Kellerjoch ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Samstag wird das neue Kinderland eröffnet. Die Beschneiung soll als Nächstes vollflächig ausgebaut werden. An einen Verkauf ist nicht gedacht.

Kellerjoch

© TVB Silberregion KarwendelKellerjoch



Von Angela Dähling

Schwaz – Jahrzehntelang passierte praktisch nichts am Kellerjoch. Doch seit im Herbst dort die Bagger aufgefahren sind, kommt Bewegung auf den Schwazer Hausberg. Inzwischen steht dort der Rohbau eines viergeschoßigen neuen Gebäudes, das einmal Skidepots, Büroräume, eine Skischule, einen Kinderbetreuungsraum und ein Café beherbergen soll.

Und seit Weihnachten ist das neue Kinderland mit einem 20 und einem 70 Meter langen Förderband (Zauberteppich), einem neuem Schlepplift und einem Parcours mit Figuren in Betrieb. Auch eine neue Trainingsabfahrt Richtung Grafenast, die mit dem neuen Lift erreicht wird, ist fertig – ebenso wie die Beschneiungsanlagen im unteren Bereich des Kellerjoch-Skigebietes. Grund genug also, zu feiern. Diesen Samstag ist es so weit: Das Kinderland wird offiziell und feierlich eröffnet und dazu wird zu einem Gratis-Skitag für alle eingeladen, auch für die Rodler, die den Lift vom Arzberg/Hochbrunn kostenlos benützen können.

Gemeinsam ziehen die Kellerjochbah­n, die Gemeinden Schwaz und Pill und der TVB Silberregion Karwendel an einem Strang. „Wir wollen innerhalb von vier Jahren insgesamt sechs Millionen Eur­o investieren“, erklärt Bergbahnchef Werner Kostenzer. Er setzt auf 40 bis 50 Prozent Landesförderung. Der Restbetrag wird gedrittelt zwischen Bergbahn, TVB und den Gemeinden.

„Das Kellerjochgebiet soll flächendeckend beschneit werden, nachdem es auch im oberen Bereich in den letzten Wintern immer wieder Probleme gab“, informiert TVB-Obmann Peter Unterlechner. Ein Speicherteich im Bereich Spielboden sei geplant, die Verhandlungen und Verfahren laufen, sagt er. Auch eine Mountainbikestrecke bzw. Straße zum Hecherhaus sind geplant.

Was die seit Jahren immer wieder diskutierten Verbindungspläne zum Spieljoch nach Fügen anbelangt, sagt Kostenzer: „Die liegen bei Heinz Schultz und sind momentan nicht spruchreif.“ Ob er noch immer an einen Verkauf der Kellerjochbahn denke, nachdem sich jetzt die Rahmenbedingungen (Investitionen am Kellerjoch/Heinz Schultz neuer Besitzer der Spieljochbahnen) geändert haben? „Nein. Wir verkaufen in den nächsten Jahren nicht“, lautet seine Antwort. Peter Unterlechner hält einen Zusammenschluss aus der Sicht auswärtiger Skifahrer für wenig attraktiv mangels Lift- und Pistenflächenangebot am Kellerjoch. Auch Heinz Schultz sagt: „Die Verbindung ist derzeit kein Thema.“ Es gebe für ihn erstmal am Spieljoch genug zu tun.