Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.06.2017


Osttirol

Ortstaxe: Kleinvermieter leiden am meisten

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Lienz – Eine Besonderheit im Tiroler Tourismus ist die Aufenthaltsabgabe, auch als „Ortstaxe“ bezeichnet. Während Steuern und Abgaben üblicherweise in Prozent berechnet werden, ist die Ortstaxe eine fixe Größe. Und diese will der Tourismusverband jetzt anheben: von zwei Euro auf 2,50 Euro pro Person und Nächtigung.

Das ist ungerecht, sagt Josef Schett, einer der drei TVB-Vorstände. Er ist Mitglied der Stimmgruppe 3 und fühlt sich deshalb dieser Stimmgruppe besonders verpflichtet. Sie umfasst kleine Betriebe mit vergleichsweise geringen Umsätzen, etwa Privatzimmervermieter oder Almhüttenbesitzer. „Eine Almhüttenübernachtung im Villgratental kostet pro Person zehn Euro. Bei einer Ortstaxe von 2,50 Euro muss der Vermieter also ein Viertel seiner Einnahme an den TVB abliefern“, nennt Schett ein Beispiel. In der gehobenen Hotellerie bei Nächtigungspreisen von 100 Euro macht die Ortstaxe nur 2,5 Prozent aus. Ein eklatantes Missverhältnis, findet Schett.

Noch dazu komme, dass viele Privatvermieter ihre Umsätze im Sommer erwirtschaften. Aber die höhere Ortstaxe werde verwendet, um Winter-infrastruktur zu fördern. Wie berichtet, sollen die Mehreinnahmen bei der Ortstaxe an Unternehmer Heinz Schultz fließen, der seine Skigebiete erweitern will. (TT, co)




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