Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.07.2017


Exklusiv

Airbnb: Null Toleranz im Innsbrucker Sozialbau

Über die Sommermonate will die Stadt Innsbruck verstärkt gegen die illegale Vermietung von Sozialwohnungen vorgehen.

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© AFP



Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – Die Vermittlung privater Wohnungen auf diversen Plattformen im Internet boomt. Airbnb ist hier Vorreiter. Doch auch dieser Trend hat so seine Schattenseiten. Eine davon ist die Untervermietung von gefördertem Sozialwohnbau. In Innsbruck hat die Stadt für rund 16.000 Sozialwohnungen diverser gemeinnütziger Wohnbauträger wie die stadteigene IIG bzw. die NHT das Vergaberecht.

In den Sommermonaten werden sich nun die Mitarbeiter des Amtes für Wohnungsservice schwerpunktmäßig mit diesen Vermittlungsplattformen beschäftigen. Das kündigt der zuständige Stadtrat Andreas Wanker (VP) gegenüber der TT an. Denn wer eine Sozialwohnung untervermiete, betreibe nichts anderes als „Missbrauch von Sozialkapital für den eigenen Vorteil“. Aus diesem Grund werde man in den kommenden Wochen alle einschlägigen Internetseiten auf solche Innsbrucker Fälle hin durchforsten, sagt Wanker: „Weil es viele gibt, die eine Sozialwohnung dringend benötigen würden.“

Aufmerksam wurde die Stadt auf das Thema, als im vergangenen Jahr ein diesbezüglicher Fall aufflog. Die Wohnung wurde offenbar von den zugeteilten Mietern nie bewohnt, sondern ausschließlich zur Weitervermietung benutzt, wie Wanker sagt. Das Ganze endete damit, dass eine gerichtliche Kündigung ausgesprochen und die Sozialwohnung im Mai diesen Jahres wieder zurückgegeben wurde. Zudem überlegt die Stadt Regressforderungen. Wanker weist da­rauf hin, dass in allen Sozialwohnungen eine gewerbliche Untervermietung strikt ausgeschlossen sei. Derzeit seien zwei weitere Fälle in Überprüfung. Anzeichen dafür, dass Innsbrucker Sozialwohnungen im verstärkten Ausmaß illegal genutzt werden, habe die Stadt derzeit nicht, sagt Wanker. Die Kontrolle sei aber auch schwer – „wir sind auf Hinweise von Nachbarn und Hausverwaltungen angewiesen“. Diese würden auch „diskret behandelt“.

Derzeit scheinen über 300 Innsbrucker Angebote auf Airbnb auf. Auch die IIG hat ihre Hausmeister angewiesen, die Wohnungen hinsichtlich solcher Vermietungen zu beobachten, sagt GF Franz Danler. Bis dato habe man aber noch keinen Fall aufdecken können.




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