Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 23.08.2017


Innsbruck-Land

Am „Köpfl“ geht es zügig voran

Die Vorarbeiten für die neue Gondelbahn in Oberperfuss laufen bereits auf Hochtouren.

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© Kathrin Waldner



Von Michael Domanig

Oberperfuss – Lange Schwangerschaft, rasche Geburt: So fordernd es für Gemeinde und Bergbahnen Oberperfuss gewesen war, die 4,4-Mio.-Euro-Finanzierung für die neue 8er-Gondelbahn am Rangger Köpfl auf die Beine zu stellen, so zügig schreiten die Vorarbeiten nun voran. Wie berichtet, soll die Einseilumlaufbahn „Peter Anich II“ zwischen Stiglreith und dem Sulzstich schon mit Beginn der heurigen Wintersaison Fahrt aufnehmen. Sie ersetzt den alten Schlepplift in Sektion zwei.

Am 25. Juli wurde den Bergbahnen der positive Bescheid des Verkehrsministeriums für den Bau der Gondelbahn, den Umbau der Bergstation der bestehenden Bahn „Peter Anich I“ und die nötigen Rodungen mündlich verkündet. Die Rechtsmittelfrist für eine Berufung ans Landesverwaltungsgericht ist gestern ohne Einsprüche abgelaufen.

Bergbahn-GF Hubert Deutschmann gibt einen Überblick über die bisherigen Arbeiten: „Die Baustelleneinrichtung ist erfolgt, Strom-, Wasser- und Kanalleitungen, die im Baubereich liegen, wurden ebenso verlegt wie Beschneiungsschächte. Nachdem mit den betreffenden Eigentümern und Teilwaldberechtigten ein Rechtsmittelverzicht vereinbart wurde, konnten zudem schon einige Fundamente für die Liftstützen errichtet werden.“ Auch Vorarbeiten bei der Talstation der neuen Gondelbahn – die direkt an die Bergstation der bestehenden anschließt – laufen bereits. Die Rodungen für die Lifttrasse sollen laut Deutschmann nächste Woche starten. Bereits ab Mitte September soll die Firma Doppelmayr – die auch schon die Gondelbahn in Sektion eins geliefert hatte – mit der Montage der Liftstützen beginnen, danach mit den Arbeiten an Tal- und Bergstation.

Für die Rodler wird eine ca. 400 Meter lange Verbindung von der Bergstation der neuen Gondelbahn bis zur Einbindung in die bestehende Rodelbahn geschaffen. „Insgesamt gibt’s dann neun Kilometer beleuchtete Rodelbahn bis hinunter nach Oberperfuss“, so Deutschmann.

Der Probebetrieb der neuen Gondelbahn ist ab Mitte November geplant, anschließend werden die Bergbahnen beim Verkehrsministerium um Betriebsbewilligung ansuchen.

Vorerst werden die Liftbenützer in Stiglreith umsteigen, „wir haben aber die Option, die beiden Bahnen jederzeit zusammenzuschließen, sie sind voll kompatibel“, erklärt Deutschmann. Ein Zusammenschluss sei aber auch eine finanzielle Frage, zudem wolle man „erst einmal die Erfahrungen abwarten, ob eine Durchfahrstation überhaupt geschickt wäre“.

Was die Bilanz der Bergbahnen Oberperfuss für das mit 30. April abgelaufene – wetterbedingt erneut schwierige – Wirtschaftsjahr 2016/17 betrifft, sei man operativ „mit plus/minus null ausgestiegen“, erklärt Deutschmann. Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis in einer Sitzung am Montagabend genehmigt, die Generalversammlung ist noch damit zu befassen.