Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 15.09.2017


Osttirol

Sudetendeutsche Hütte in der Krise

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© Oblasser



Von Catharina Oblasser

Matrei – Anfang Juni 2017 starteten Carol Freisleben und Felix Meier aus Deutschland frohgemut ihre erste Saison als neue Pächter der Sudetendeutschen Hütte. Jetzt, rund drei Monate später, ist der Elan verflogen. Grund sind zwei Unglücksfälle, die die Hütte schwer getroffen haben.

„Am 22. Juni hat der Blitz eingeschlagen“, berichtet Carol Freisleben. „Alle elektrischen Geräte waren kaputt und mussten erneuert werden.“ Die Saison bestritten die zwei Pächter dennoch weiter. Doch vor Kurzem kam es noch schlimmer: Die Seilbahn für die Hüttenversorgung, die etwa 40 Jahre alt ist, krachte in die Talstation der Bahn und verursachte enorme Schäden. „Die Antriebswelle ist gebrochen“, nennt Freisleben den Grund. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden. „Noch dazu hat es dann einen halben Meter geschneit. Man konnte die Schäden noch nicht untersuchen“, so die Pächterin. Auch die Wasserversorgung funktioniert nicht mehr. Seit 10. September ist die Hütte geschlossen.

Die Sudetendeutsche Hütte liegt auf 2650 Metern Seehöhe auf Matreier Gemeindegebiet. Sie gehört zur Sektion Schwaben des Deutschen Alpenvereins. In den nächsten Tagen soll in Stuttgart besprochen werden, wie es weitergeht. „Möglicherweise muss man alles, was sich noch in der Hütte befindet, mit dem Hubschrauber holen“, so Freisleben. Ein Sachverständiger wird sich die Schäden ansehen. Ob die Sudetendeutsche Hütte im Juni 2018 überhaupt aufsperren kann, ist fraglich.