Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.11.2017


Bezirk Reutte

TVB-Wahlen: Arrivierten erwächst starke Konkurrenz

Die Neuwahlen des Tourismusverbandes Naturparkregion Reutte werden spannend wie schon Jahrzehnte nicht mehr. Je drei Listen kandidieren in den Stimmgruppen 2 und 3. Nur die Stimmgruppe 1 ist schon fix.

© Mittermayr HelmutSie wollen es den Arrivierten bei der TVB-Wahl zeigen (v. l.): Franz Kammerlander, Manfred Kühbacher, Rüdiger Reyman, Michael Schretter, René Schweißgut, Rainer Tauber, Franz Hienle, Victoria Foidl, Helmut Hein, Gabi Koch, Mathias Muxel, Markus Grießer und Christian Angerer.Foto: Mittermayr



Von Helmut Mittermayr

Reutte – Gleich sieben Listen bei der TVB-Wahl der Naturparkregion Reutte – an so einen Andrang kann sich keiner seit Jahrzehnten erinnern. Der Mitgestaltungwille ist groß, wie die gemeinsame Präsentation von vier Listen, je zwei in der Stimmgruppe 2 und der Stimmgruppe 3, am Mittwoch im Tannenhof zeigte. Sie allen wollen eine Alleinregierung der amtierenden Gruppe um TVB-Obmann Hermann Ruepp aus Reutte verhindern. Stolz sind die vier Listenführer, dass es ihnen gelungen ist, Interessierte aus allen elf Gemeinden der TVB-Region zur Kandidatur zu bewegen. Damit werde der Regionsgedanke gelebt, weit mehr als in den stark Reutte-lastigen Listen, die Ruepp in allen Stimmgruppen stellt.

In mehreren Sitzungen haben sich bis zu 20 Teilnehmer auf Ideenfindung begeben. Inhaltlich geht es den Kandidaten etwa um bessere und schnellere Informationsflüsse zwischen TVB und den Mitgliedern. So wurde bei der Pressekonferenz mehrfach ein interner Newsletter gefordert, der über aktuelle Entwicklungen informieren könne. Ein Beispiel: Viele Häuser haben in ihren Winterprospekten in Sachen Aktivcard noch Gratis­eintritte in die Therme angeführt, obwohl Gäste nun 50 Prozent der Kosten tragen müssen. Man hätte vorwarnen müssen, heißt es. Überhaupt nehme die Attraktivität der Aktivcard ab, das Angebot gehe schleichend zurück. Ein anderes Wahlkampfthema: Der Lechweg-Abschnitt zwischen Stanzach und Wängle gleiche einer Autobahn und müsse dringend attraktiviert werden. Auch der Bustaktverkehr zum Hahnenkamm lasse zu wünschen übrig.

In Bezug auf eine allfällige Obmannkandidatur halten sich die Listenführer auf TT-Nachfrage bedeckt. Dieser Punkt sei zwar von allen vier Listen gemeinsam diskutiert worden, zuerst heiße es aber, stark in den Aufsichtsrat gewählt zu werden, aus dessen Kreis wiederum der Obmann gekürt wird. Aber prinzipiell sei man bereit, Verantwortung zu übernehmen. Helmut Hein ruft dazu auf, unbedingt zur Wahl zu gehen. Denn alle 1140 Unternehmen, die tourismusabgabepflichtig seien, könnten auch wählen, nicht nur reine Tourismusbetriebe. Und neu: Wer bei der Vollversammlung am 27.11. verhindert sei, könne eine ganze Woche davor schriftlich im TVB-Büro wählen.

In der Stimmgruppe 3 führt Victoria Foidl vom Tannenhof eine Liste an; zusammen mit Markus Griesser (Seespitz ­Kiosk), Ralf Weber (Skischule), Maria Plank (Wohlfühlpension), Thomas Schneider (Radhaus), Josef Konrad (Landhaus Konrad), Maximilian Koch (Transporte) und Klaus Deutsch (Verein Together). Einer weiteren 3er-Liste steht Helmut Hein (Hybrid Manufaktur) vor. Mit ihm treten Paul Barbist (Wängler Hof) und Rüdiger Reyman (Am Graben) an. Auf Heins Liste finden sich auch Namen wie Franz Kammerlander (ehemaliger TVB-Geschäftsführer), Franz Hienle (Feriendorf Hahnenkamm), Mathias Muxel (Schluxen), Christian Tschernutter (Bergwanderführer) oder Michael Schretter (Otto & Rudolf Schretter).

In der Stimmgruppe 2 gehen Christian Angerer (Geschäftsführer Agrar Breitenwang), Gabi Koch (Hotel Maximilian), René Schweißgut (Hotel Goldenes Lamm), Martin Thierry (Hotel Diana) und Rudi Huter (Autohof Vils) gemeinsam ins Rennen. Die zweite 2er-Liste führt Rainer Tauber (Gasthof Lilie) an. Mit ihm im Boot sind Manfred Kühbacher (Hotel Lechlife), Martin Soyer (Restaurant Sennerland), Alexander Pohler (Gasthof Krone) und Tanja Weirather (Hotel Talhof).

Das komplizierte Zensuswahlrecht bei Tourismusverbänden räumt finanzstarken Firmen überproportionales Gewicht ein. In drei Stimmgruppen werden je drei Mandate für den Aufsichtsrat vergeben. Mit zusätzlich zwei kooptierten Bürgermeistern (Oberer, Wagner) wählen in einem zweiten Schritt diese elf Personen aus ihrer Mitte den neuen Dreiervorstand samt Obmann. In der Stimmgruppe 1 mit nur zwölf Unternehmen (z. B. Hotel Mohren, EWR, Raiba) gibt es keine Gegenliste. Hier sind die drei Erstplatzierten gewählt. In der Stimmgruppe 2 mit 60 Unternehmen können die Wahlberechtigten aus drei Listen auswählen; in der Stimmgruppe 3 mit 1068 Unternehmen ebenso aus drei Listen.

Die Listen um Obmann Ruepp werden in der TT extra vorgestellt.




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