Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.01.2018


Bezirk Schwaz

Großes Eröffnungsspektakel für neue Spieljochbahn

Damit die Fügener Bahn keine „Stehbahn“ wird, segnete Pfarrer Erwin Gerst sie besonders gut. Rund 600 Gäste kamen zur Eröffnung.

© FankhauserLHStv. Josef Geisler, Maximilian Schultz, Gertrud Schultz, BM Dominik Mainusch, Rudi Hirschhuber und Heinz Schultz (v. l.) durchschnitten das symbolische Band.



Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen – Der Stolz auf das „jüngste Kinde“ der Schultz Gruppe war gestern Nachmittag bei der feierlichen Eröffnung der Spieljochbahn in Fügen deutlich spürbar. Nach 275 Tagen Bauzeit wurde die neue Gondelbahn aus dem Boden gestampft. Die Größe der Talstation plättete einige Fügener – die TT berichtete. Doch die Vorfreude auf den neuen Tourismusmagneten scheint in der Gemeinde mittlerweile zu überwiegen.

Im Gegensatz zur Eröffnungsfeier der Geolsbahn im Feber 2016 war die offizielle Einweihung der Spieljochbahn ein Großspektakel. Der halbe Ort, viele Vereine und jede Menge Politprominenz war gekommen, um die neue Bahn zu feiern.

Der Andrang zur Eröffnung der Spieljochbahn war groß.
- Fankhauser

Ein Highlight der Feier war die Rede von Pfarrer Erwin Gerst. „Die Zillertaler sind lustig, die Zillertaler sind froh. Verkaufen ihre Betten und schlafen im Stroh“, zitierte der Pfarrer. Genauso lustig und froh sei nun die Familie Schultz. Auch, wenn ihnen der Bau einige schlaflose Nächte bereitet habe und sie wohl nicht im Stroh schlafen müssten, so hätten sie etwas Besonderes in Fügen geschaffen. „Das ist unsere Bahn und wir sind stolz in der Gemeinde“, sagte er und fügte hinzu: „Jetzt werden wir die Bahn ordentlich einpemseln und segnen, weil nicht, dass sie immer steht, wie die Patscherkofelbahn. In Innsbruck haben sie wohl nicht viel gepemselt.“ Dieser Segen bescherte ihm Applaus der rund 600 Gäste. Zu guter Letzt überreichte Gerst der Familie Schultz Weihrauch. „Das sollte genug sein, damit es in allen deinen Bahnen gut riecht, Heinz.“

Heinz Schultz zeigte sich stolz, „so ein Schmuckstück“ präsentieren zu dürfen. Ziel sei nun nicht nur der künftige Zusammenschluss mit Hochzillertal und Hochfügen sowie neue Sommerattraktionen, sondern auch eine durchgehende Wintersaison ab dem 8. Dezember. „Dazu müssen wir aber alle an einem Strang ziehen“, sagte er. Für BM Dominik Mainusch ist Fügen nun wieder auf der Überholspur, nachdem man in der Vergangenheit eher Boden verloren habe im Vergleich zu anderen Tourismusregionen. Für LHStv. Josef Geisler war es ein besonderer Tag und man werde in puncto Verkehr ein ganzes Bündel an Maßnahmen (Straße, Zillertalbahn) umsetzen. „Tourismus und Verkehr müssen wir nebeneinander abwickeln können“, sagte er.

Wie so oft bei Großprojekten gibt es nicht nur Jubelschreie. Dass die Gemeinde die Eröffnung finanziell unterstützt, finden einige Fügener „kurios“ und „unnötig“. „Die Gemeinde hat die Einladungen abgewickelt. Die Kosten der Einweihung übernimmt die Spieljochbahn, nur die Vereine werden zum Essen von der Gemeinde eingeladen. Ich glaube, das ist so üblich“, erklärt Schultz.

Martha Schultz zeigte BM Monika Wechselberger (Mayrhofen) die Bahn.
- Fankhauser