Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 09.02.2018


Osttirol

Bis 2030 soll die Hälfte der neuen Autos in Osttirol elektrisch sein

Die Osttiroler E-Mobilitäts-Strategie verfolgt große Ziele: Bis 2025 sollen 30 Prozent, bis 2030 die Hälfte aller Neuzulassungen E-Autos sein.

© dpaAuf den Straßen sind bisher nur wenige Elektroautos unterwegs.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Der Bezirk Lienz verfügt über einen umfassenden Zukunftsplan zum Thema E-Mobilität. Federführend bei der Erarbeitung der E-Mobilitäts-Strategie war das Regionsmanagement Osttirol (RMO). Mit im Boot sind aber auch Tourismusverband, Nationalpark, die Autohändler im Bezirk, die Regionalenergie und alle Gemeinden. Vorgestellt wurde die Strategie von Dietmar Ruggenthaler und Michael Hohenwarter (RMO), Franz Theurl (TVB), Hermann Stotter (Nationalpark Hohe Tauern), Anton Thum (Sprecher der Autohändler) und Manfred Gaschnig (Regionalenergie).

Die Ziele sind ehrgeizig: Strebt man für das Jahr 2020 noch eine Quote von fünf Prozent E-Autos bei den Neuzulassungen an, so sind es für das Jahr 2025 schon 30 Prozent. 2030 soll schließlich jedes zweite neu zugelassene Kraftfahrzeug mit Strom betrieben werden.

Im Moment muss man sich mit bescheidenen Ausgangswerten zufriedengeben, wie Anton Thum beschreibt. „Von 1300 Neuzulassungen im Jahr 2017 waren gerade einmal 30 Fahrzeuge E-Autos. Das entspricht 2,31 Prozent.“ Zurzeit fahren 57 Elektroautos mit Lienzer Kennzeichen über die Straßen. Insgesamt sind rund 27.000 Kraftfahrzeuge im Bezirk zugelassen. Um das elektrische Fahren populärer zu machen, widmet sich die heurige Osttiroler Autoschau am 23. und 24. März ganz besonders diesem Thema. „Die Besucher können mit unseren Modellen Probefahrten machen“, meint Thum, der selbst Autohändler ist.

Um ein Umdenken herbeizuführen, ist viel Überzeugungsarbeit und Information nötig, meint Hohenwarter. „Gemeinden und öffentliche Einrichtungen können dabei ein Vorbild sein.“ Beispielsweise habe die Gemeinde Virgen zwei E-Cars, schildert Ruggenthaler, der auch Virger Bürgermeister ist.

Bis 2030 arbeitet das RMO mit seinen Mitstreitern daran, die Nutzung von E-Cars möglichst bequem und günstig zu machen. Ein erfolgreiches Modell ist das E-Car-Sharing „Flugs“, das seit zwei Jahren von der Regionalenergie betrieben wird. „Wir haben inzwischen zehn E-Autos in sieben Gemeinden“, sagt Manfred Gaschnig. Die Nachfrage sei gut, meint er. „Jedes Auto fährt an die 20.000 Kilometer pro Jahr.“ Bis zum Jahr 2020 sollen 20 Gemeinden an das „Flugs“-System angeschlossen sein.

Wer elektrisch fährt, muss auch tanken. Zurzeit verzeichnen die einschlägigen Internet-Informationsseiten 19 Ladestationen für E-Autos im Bezirk. Auch das gehört verbessert. Ziel für 2025 ist es, dass 30 Prozent aller Gäste die Möglichkeit haben, ihr E-Fahrzeug in den Beherbergungsbetrieben aufzuladen.

Neben dem E-Car spielt auch das E-Bike eine wichtige Rolle in der Strategie. Vor allem im Tourismus, wie Franz Theurl betont. „E-Biken ist ein wahrer Boom geworden.“ Deshalb sollen Ausflugsziele wie die Umbalfälle oder die Lienzer Hütte mit Ladestationen ausgestattet werden, meint Hermann Stotter.