Letztes Update am Di, 27.03.2018 12:14

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

966 Mio. Euro: Größtes Baulos „Pfons-Brenner“ an Porr vergeben

Nach dem Bestbieter-Prinzip wurde die größte Teilstrecke des Brennerbasistunnels vergeben. Ein Drittel der 230 Tunnelkilometer wurde bereits ausgebrochen.

(Symbolfoto)

© Rudy De Moor / TT(Symbolfoto)



Innsbruck – Die Brennerbasistunnelgesellschaft (BBT SE) hat das Baulos „Pfons-Brenner“, das größte auf österreichischem Gebiet, vergeben. Den Zuschlag erhielt eine Bietergemeinschaft unter Federführung des Baukonzerns Porr, teilte die BBT SE am Dienstag mit. Das Auftragsvolumen betrage rund 966 Mio. Euro und umfasse die Errichtung von 50 Kilometer Tunnelröhren. Die Bauzeit soll rund sechs Jahre betragen.

Der Zuschlag an die Arbeitsgemeinschaft bestehend aus der Porr Bau GmbH, G. Hinteregger & Söhne Baugesellschaft m.b.H., Società Italiana per Condotte d‘Acqua S.p.A. und Itinera S.p.A. erfolgte am 23. März nach dem Bestbieter-Prinzip. Der Zuschlagserteilung seien mehrere Einsprüche beim Bundesverwaltungsgericht vorausgegangen. Diese wurden jedoch abgelehnt, hieß es.

Mehr als 80 Prozent aller Bauarbeiten vergeben

„Das europäische Jahrhundertprojekt befindet sich damit in der Hauptbauphase. Über 80 Prozent aller Bauarbeiten sind nun beim Brennerbasistunnel vergeben“, sagte BBT SE-Vorstand Konrad Bergmeister, der die Vergabe des Auftrags als „weiteren Meilenstein“ bezeichnete. Der Bauabschnitt umfasst die Errichtung von 37 Kilometer Haupttunnelröhren zwischen Pfons und dem Brenner, rund neun Kilometer Erkundungsstollen sowie eine Nothaltestelle bei St. Jodok. Die beiden Haupttunnelröhren werden mittels Tunnelbohrmaschine ausgebrochen. Die weiteren Tunnelabschnitte sollen gesprengt werden, hieß es.

Ein Drittel der 230 Tunnelkilometer ausgebrochen

Rund vier Mio. Kubikmeter Ausbruchsmaterial werden bei diesem Baulos anfallen. Rund ein Drittel davon könne wiederverwertet werden. Der Rest soll zur größten Deponie des BBT ins Padastertal abtransportiert werden. Mit rund 80 Kilometern sei ein Drittel der insgesamt 230 Tunnelkilometer bereits ausgebrochen. Davon sind 23 Kilometer Haupttunnel, 29 Kilometer Erkundungsstollen und etwa 28 Kilometer Zufahrts-, Rettungs- und Logistikstollen.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter zeigte sich in einer Aussendung erfreut über die Vergabe des größten Bauloses. „Wir haben alle Hausaufgaben gemacht, nun sind Deutschland und Italien am Zug“, erklärte der Landeschef in der Aussendung.

Platter forderte erneut von Bayern und Italien, entsprechende verkehrspolitische Rahmenbedingungen zu setzen, um den Schwerverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern und bei den Zulaufstrecken zum BBT „aufs Gaspedal zu drücken“. Der Brennerbasistunnelgesellschaft (BBT SE) gratulierte der Landeshauptmann indes zur Vergabe des 966 Mio. Euro schweren Bauloses. (APA)

Eckdaten:

• Länge BBT (inkl. Umfahrung Innsbruck)

Portal Tulfes bis Portal Franzensfeste 64 km

• Länge BBT

Portal Innsbruck bis Portal Franzensfeste 55 km

• Maximale Gebirgsüberlagerung 1.800 m

• Innendurchmesser Haupttunnel 8 m

• Längsneigung 4,0 ‰ – 6,7 ‰

• Entwurfsgeschwindigkeit Güterverkehr 120 km/h

• Entwurfsgeschwindigkeit Personenverkehr 250 km/h

• Nothaltestellen

Innsbruck, St. Jodok, Trens 3

• Ausbruchsmaterial 17 Millionen m³

• Vortriebsmethoden 30 % Sprengvortrieb, 70 % Tunnelbohrmaschine