Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 24.04.2018


Standort Tirol

Sennerei Grins feierte 150. Geburtstag

© Schrott



Grins – Die Grinner Sennerei blickt auf eine bewegte Geschichte zurück – zwei Kriege und einen Dorfbrand hat der Kleinbetrieb überstanden. Bereits 150 Jahre ist es her, dass der erste Käselaib die Dorfsennerei verlassen hat. Dieses Jubiläum feierte Sennereiobmann Daniel Nigg gemeinsam mit zahlreichen Ehrengästen und den Grinnern vergangenen Samstag im Gemeindesaal Grins.

Dass die Produkte von den Leuten so gut angenommen werden, sieht Nigg als große Wertschätzung für den Bauernstand sowie das Sennerhandwerk. „Unser Erfolg zeigt mir, dass Regionalität vielen Menschen am Herzen liegt“, erklärte er.

Bürgermeister Thomas Lutz betonte, welch wichtige Stütze der Sennereibetrieb für umliegende Bauern darstellt. „Ohne die Sennerei würde die Anzahl der Bauernschaften in der Region noch weiter absinken“, befürchtet er. Die Gemeinde stehe voll und ganz hinter dem Fortbestand der kleinen Milchwirtschaft, dennoch würde der Betrieb in eine ungewisse Zukunft blicken. Laut Nigg durchlaufe die Sennerei aktuell eine Umstrukturierung – ein Umbau und ein neues Konzept stünden auf dem Plan, sie solle „zukunftsfit“ gemacht werden.

Herbert Pümpel lobte seitens der Non-Profit-Organisation „Slow Food“ die Arbeit der beiden Sennerinnen Elisabeth Huber und Caroline Baumgartner. Die regionale Käseproduktion spiegle genau das wider, wofür die Organisation stehe – schmackhaftes und nachhaltiges Essen mit fairer Entlohnung.

Auch Bauernkammer-Bezirksstellenleiter Peter Frank hob das Werk der rund 1500 Bergbauernbetriebe im Bezirk hervor. Neben der Milchproduktion würden sie ebenso in vielen anderen Bereichen wie dem Schutz vor Lawinen Positives beitragen.

Die Grinner Bäuerinnen sorgten mit Graukaspressknödeln für die Verpflegung. Die musikalische Umrahmung des Abends übernahmen die Zirmeggler. (sni)