Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 25.04.2018


Exklusiv

Konsumklima im Hoch: Stimmung in Tirol gut wie nie

Die neue Konsumentenbefragung weist für Tirol beste Stimmungswerte aus. Selbst der Glaube an die Lösungskompetenz von Politik und Sozialpartnern ist gestiegen.

© Thomas Böhm(Symbolfoto)



Von Alois Vahrner

Innsbruck – Vor wenigen Jahren war die Stimmung noch deutlich schlechter als die damals auch nicht berauschenden Wirtschaftsdaten. Mittlerweile haben sich sowohl Lage als besonders auch die Stimmung auf ein absolutes Hoch gedreht. „Die Stimmung ist wirklich hervorragend, auch wenn die Bäume jetzt nicht noch weiter in den Himmel wachsen“, fassen Kammer-Chefvolkswirt Stefan Garbislander und GAW-Studienautor Stefan Jenewein die Ergebnisse der brandneuen Tiroler Konsumentenbefragung (IMAD befragte dafür 500 Tirolerinnen und Tiroler) für Wirtschaftskammer, Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) sowie die TT zusammen.

Konkret bewerten 18 Prozent die aktuelle Wirtschaftslage als sehr gut und weitere 59 Prozent als gut. Durchschnittlich ist sie für 21 und schlecht nur für 1 Prozent. 35 Prozent der Befragten rechnen mit einer weiteren Verbesserung der Wirtschaftslage in den nächsten zwölf Monaten, während nur 4 Prozent eine Verschlechterung befürchten. Garbislander sagt für heuer erneut ein starkes Tiroler Wirtschaftswachstum von real 3 bis 3,5 Prozent voraus. Die Industrie, die im November erstmals mehr als 1 Mrd. Euro umgesetzt hat, sollte heuer den Umsatz von 10,7 auf 11,4 Mrd. Euro steigern können.

Die Arbeitslosenquote werde voraussichtlich weiter deutlich von 5,8 auf 5,3 Prozent sinken, so der Kammer-Chefvolkswirt. Sehr optimistisch ist diesbezüglich auch die Bevölkerung, die laut Umfrage zu 43 Prozent in den nächsten zwölf Monaten weniger Arbeitslose erwartet, nur 17 Prozent rechnen mit mehr Arbeitslosen.

Mit der eigenen finanziellen Lage zeigen sich 83 Prozent zufrieden (25 Prozent sehr und 58 Prozent eher). Eher wenig zufrieden bzw. gar nicht zufrieden sind zusammen 17 Prozent. In den nächsten zwölf Monaten erwarten 19 Prozent der Befragten eine Verbesserung und 11 Prozent eine Verschlechterung der finanziellen Situation ihres Haushalts.

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Wenig verändert gegenüber der letzten Umfrage hat sich die Kaufbereitschaft der Konsumenten. Bei größeren Anschaffungen sind viele trotz der billigen Kredite eher unentschlossen, ob gerade jetzt der Zeitpunkt für Wohnungs- oder Autokäufe günstig wäre. Das Gros der Befragten erwartet keine großen Preissprünge (die Mehrheit rechnet mit einer Inflation von 1 bis 2 Prozent), auf einen Höchstwert seit 2010 ist mit 78 Prozent die Bereitschaft und die Möglichkeit gestiegen, Geld anzusparen. 62 Prozent halten Sparen derzeit für sinnvoll, 35 Prozent verneinen dies aber (3 Prozent keine Angabe). In Summe ist der aus all den genannten Faktoren zusammengestellte Tiroler Konsumklimaindex mit einem positiven Saldowert von 17 auf einen neuen Höchststand seit Start der Umfrage 2009 gestiegen.

Gefragt wurde auch nach der wirtschaftspolitischen Lösungskompetenz: Diese trauen der schwarz-grünen Landesregierung nach zuletzt 42 jetzt 62 Prozent zu. Die Wirtschaftskammer und die AK folgen mit 59 bzw. 57 Prozent, der ÖGB liegt bei 38 und politische Parteien bei 29 Prozent. Auch auch bei Letzteren war die Tendenz jeweils steigend.

Zur Freude der Tiroler Touristiker gab es hervorragende Pistenbedingungen bereits im Dezember sowie eine gute Feiertags- und Ferienlage.
- Andreas Rottensteiner

Urlauberrekord im Traumwinter

Auch wenn das „R-Wort" bei der Tiroler Spitzenpolitik spätestens seit der zuletzt klar verlorenen Olympia-Abstimmung und der dabei vermissten Tourismusgesinnung vor allem in Innsbruck und der Inntalfurche verpönt ist: Die in wenigen Tagen (per Ende April) zu Ende gehende Wintersaison wird Tirol dessen ungeachtet einen neuen Gäste- und Nächtigungsrekord bescheren.

Laut den nun vom Land veröffentlichten Zahlen brachte der März (beflügelt auch durch die Osterferien) sogar besonders kräftige Zuwächse. Die Urlauber-Ankünfte erhöhten sich um gleich 21,8 Prozent auf über 1,39 Millionen, die Zahl der Nächtigungen um 12,1 Prozent auf über 6,33 Millionen. In den ersten fünf Wintersaison-Monaten November bis März stiegen die Ankünfte um 8,2 Prozent auf über 5,62 Millionen und die Zahl der Nächtigungen um 7,2 Prozent auf fast 25,45 Millionen. Der bisherige Rekord aus der vorletzten Wintersaison mit 26,8 Millionen wird damit heuer mit Sicherheit klar übertroffen.

Nach den teils sehr schneearmen und gerade zu Saisonbeginn viel zu warmen vorangegangenen Saisonen hatte es heuer neben der allgemein sehr starken Konjunktur in Europa auch vom Start weg traumhafte Pistenverhältnisse gegeben. Auch die Feiertagslage zu Weihnachten, die Verteilung der Semester- und Krokusferien sowie der frühe Ostertermin haben sich heuer positiv ausgewirkt. (va)