Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 28.04.2018


Bezirk Reutte

Hotelprojekt in Ehrwald: “Wir verbauen 1,4 Millionen im Monat“

Spatenstich für das Pure Resort Ehrwald, mit 20 Millionen Euro das größte Hotelneubauprojekt im Bezirk.

© Visualisierung: Mountain ResidecWo jetzt noch eine Baugrube klafft wird im Mai 2019 das Pure Resort Ehrwald eröffnet.



Von Simone Tschol

Ehrwald – Zeit ist Geld und die Bagger sind daher längst aufgefahren. Und obwohl in der Baugrube im Zentrum von Ehrwald bereits seit Wochen reger Betrieb herrscht, ließen es sich die Projektverantwortlichen nicht nehmen, einen offiziellen Spatenstich für das neue „Pure Resort Ehrwald“ zu feiern.

Allen voran Marc de Vocht, Direktor der holländischen Firma Mountain Residences, die sich auf die Entwicklung, Realisierung und Vermietung von hochwertigen Immobilien in den Alpen spezialisiert hat. Marc de Vocht, sein Geschäftspartner Mark Smits, ebenfalls Holländer, und der Deutsche Thomas Antesberger bilden die GmbH, die für das Investment in Ehrwald verantwortlich zeichnet. In seiner kurzen Ansprache beim Spatenstich ging de Vocht auf die Entstehung des Projektes ein: „Das Hotel Maria Regina, das hier stand, war ein schönes Haus. Aber leider hat sich niemand gefunden, der es weiterführt. Deshalb haben wir uns entschlossen, hier ein neues Resort zu bauen. Wir hoffen auf eine gute und vor allem unfallfreie Bauzeit und ein erfolgreiches Hotel.“

Und de Vochts Hoffnungen sind nicht ganz unbegründet. Immerhin haben sich die Investoren sowie der Generalunternehmer, die Unterländer Firma Geisler.Trimmel, ein ambitioniertes Ziel gesteckt. „Am 22. Mai 2019 ist Eröffnung“, legte sich Geisler.Trimmel-Geschäftsführer Markus Rupprechter fest und fügt selbstbewusst hinzu: „Dieser Termin hält.“

Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun. „Es werden 5800 Kubikmeter Beton und 596 Tonnen Stahl verbaut, 6100 Quadratmeter Estrich müssen verlegt und 6000 Quadratmeter Wandfläche mit Farben versehen werden“, lässt Rupprechter mit einigen Eckdaten aufhorchen. Am Ende wird das „Pure Resort Ehrwald“ 32.700 Kubikmeter umbauten Raum und 10.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche umfassen.

Den Blick auf die Zugspitze können die Bauarbeiter nicht genießen. Denn es wartet harte Arbeit.
- Tschol

Im Haus der 4-Sterne-Superior-Kategorie werden den Gästen ab kommendem Frühjahr 156 Betten, Appartements und Suiten zur Verfügung stehen. De Vocht: „Bestimmte Zielgruppe gibt es keine. Bei uns sind Familien ebenso willkommen wie Gruppen oder Pärchen.“

Das Hotel soll als Ganzjahresbetrieb geführt werden und neben Restaurant, Bar, Terrasse, Wellness mit Pool und Außensauna, Massage- und Fitnessbereich alles bieten, was sonst noch zu einem Haus dieser Kategorie gehört.

„Das ist seit vielen Jahren wieder ein großer Neubau in Ehrwald, von dem auch viele heimische Firmen profitieren – und das nicht nur während der Bauzeit“, meint Bürgermeister Martin Hohenegg und fügt hinzu: „Da das Pure als Ganzjahresbetrieb geführt wird, fallen auch außerhalb der Saisonen Arbeiten an. Damit sollten die dunklen Monate, also jene mit schlechter Auftragslage, für die heimische Wirtschaft auch nach und nach Geschichte sein.“ Es gebe in den Nachbargemeinden – Hoheneggs Blick wandert in Richtung Lermoos – bereits einige gute praktische Beispiele, dass Ganzjahresbetriebe funktionieren. „Und mit ihnen wird nicht nur der qualitativ hochwertige Tourismus auf lange Sicht aufgewertet, sondern auch Ehrwald als Wohn- und Arbeitsplatz“, ist sich Hohenegg sicher.

Das Pure ist das derzeit größte Hotelneubauprojekt im Bezirk. Das Investitionsvolumen beträgt 20 Millionen Euro. Rupprechter: „Wenn wir das auf die Bauzeit aufrechnen, dann heißt das, wir verbauen 1,4 Millionen Euro im Monat.“

Den Blick auf die Zugspitze können die Bauarbeiter nicht genießen. Denn es wartet harte Arbeit. Wo jetzt noch eine Baugrube klafft (l.), wird im Mai 2019 das Pure Resort Ehrwald (r.) eröffnet.Foto: Tschol; Visualisierung: Mountain Residences
- Tschol