Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 07.05.2018


Bezirk Imst

Touristiker kritisiert Zuschuss des Landes für Billighotel in Umhausen

Für Josef Falkner, Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung, ist der Zuschuss von 413.000 Euro für ein Hotelprojekt in Umhausen Wettbewerbsverzerrung.

© PaschingerIm Februar erfolgte der Spatenstich für das Explorer-Hotel.Foto: Paschinger



Umhausen – Weiterhin Aufregung herrscht um einen Zuschuss des Landes für ein Low-Budget-Hotel in Umhausen. Wie die TT berichtete, will die schwarz-grüne Landesregierung das Hotelprojekt einer deutschen Investorengruppe mit rund 413.000 Euro bezuschussen. Das Geld soll aus dem Impulspaket Tirol fließen, dessen Schwerpunkt eigentlich darin liegt, kleine und mittlere Unternehmen in der Industrie zu fördern.

Heftige Kritik kommt nun aus dem Tourismus. „Es kann nicht sein, dass einem einzelnen Betrieb ein Zuschuss aus öffentlichen Geldern zugesprochen wird, während viele Familienbetriebe am Limit ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten stehen“, meint der Hotelier und Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung Josef Falkner. Dies führe zu einer Wettbewerbsverzerrung in der Branche. Es sei nicht nachvollziehbar, dass auf der einen Seite in der Raumordnung an Modellen von Vertragsraumordnungen gearbeitet wird, um Zweitwohnsitze zu verhindern, und auf der anderen einer ausländischen Investorengruppe ein derartiger Zuschuss gegeben wird. Falkner kritisiert, dass selbst sogenannte Investorenmodelle abgelehnt würden, obwohl dabei keine Zweitwohnsitze entstünden. Derartige Projekte wären für viele Touristiker aber notwendig , um weitere, vor allem infrastruktureller Einrichtungen finanzieren zu können.

Die Regierung begründet den Zuschuss für das Hotel damit, dass es sich „um ein neues touristisches Angebot im Low-Budget-Bereich“ handle, „das es in weiten Teilen Tirols so bisher noch nicht gibt“ und das auch im Ötztal noch nicht vorhanden sei. (TT)