Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 09.05.2018


Bezirk Landeck

Venet-Bergbahnen müssen Budget reparieren

Das Venet-Budget für das Jahr 2018/19 sorgte für Kritik. Unter dem Strich stand ein dickes Minus. Der Vorstand hat das nun richtiggestellt.

© ReichleDie Venetbahn ist derzeit in der Pause und geht erst am 31. Mai in den Sommerbetrieb. Das Budget sorgt aber bereits jetzt für hitzige Diskussionen.Foto: Reichle



Von Matthias Reichle

Landeck, Zams – Nach Kritik überarbeitet die Venet Bergbahnen AG das Budget für das heurige Geschäftsjahr. Das ursprünglich vom Aufsichtsrat genehmigte Finanzplan sah ein Minus von 234.000 Euro vor. Die Frage, wer das Loch im Haushaltsplan des Unternehmens, das sich mehrheitlich im Besitz der Gemeinden Landeck und Zams befindet, stopfen soll, sorgte für Verunsicherung. Das Unternehmen ist schon bisher von hohen Subventionen abhängig.

„Es hat Diskussionen gegeben“, bestätigt der Venet-Vorstand und Zammer Bürgermeister Siggi Geiger. „Man hat beschlossen, das Budget zu revidieren. Es wird ein ausgeglichenes Budget geben.“

Die Kritik wurde laut, als man die Gemeinderäte über den Voranschlag informierte. Zuvor war er vom Aufsichtsrat genehmigt worden.

„Das Budget wird repariert“, bestätigt auch der Landecker Bürgermeister und Venet-Vorstand Wolfgang Jörg. Der neue Venet-Vorstand Werner Millinger erklärt das Minus: „Es sind Sachen aus dem Investitionspaket der nächsten fünf Jahre hineingerechnet worden. Wir haben nichts gedreht“, so Millinger. Das seien Vorabkosten für Planungen und Behördengutachten. Es müsse deshalb keine Einsparungen geben. Das sei mit dem Investitionspaket, das die Gemeinden demnächst beschließen müssen, abgedeckt. Wie berichtet, will die Venet Bergbahnen AG den Berg in den kommenden fünf Jahren mit 2,5 Mio. Euro attraktivieren. Die Gemeinderäte werden in einer der nächsten Sitzungen über die notwendigen Gelder diskutieren. „Der Businessplan ist kommende Woche fertig und wird an die Bürgermeister übermittelt“, so Millinger.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Hittler findet es „unter der Gürtellinie“, dass hier Informationen nach außen getragen werden. „Das sind Leute, die den Berg hängen gelassen und Fraktionsvereinbarungen gebrochen haben.“

Die Opposition sieht das kritisch. Der Landecker FP-Stadtrat Roland König ist verwundert: „Drei Vorstände, die die Zahlen nicht kennen und nicht einschätzen können, sehe ich problematisch.“ Auch der Aufsichtsrat habe das Problem nicht erkannt. Vom Investitionspaket fühlt er sich überfahren. Im Hinblick auf anstehende Verlängerungen der Pendelbahn 2027 solle man das Geld lieber sparen, bevor man am Berg „ins Blaue“ investiert, argumentierte er.

Für den Landecker SP-Gemeinderat Manfred Jenewein gehört die Erklärung für das Minus in den Bereich der „Märchen“, wie er sagt. „Es gab keine Aufklärung, warum es dieses große Minus gibt. Ich finde das vollkommen verantwortungslos. Das ist gegen alle Regeln der Kunst. Das Budget ist offensichtlich ohne dass es jemand gemerkt hat beim Vorstand und Aufsichtsrat durchgegangen. Ich finde das beunruhigend. Ich hätte mir das nicht vorstellen können.“