Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 25.05.2018


Standort Tirol

Digitalisierung der Marke „Wetscher“

© Drei Generationen der Tischlerfamilie Wetscher mit einer neuen Idee: Friedl (l.), Martin (M.) und Max (r.) präsentieren das neue Logo. Foto: promedia



Innsbruck – Mit dem Store „Wetscher Max“ will Einrichtungsexperte Martin Wetscher „junges Wohnen“ neu denken. Wobei mit „jungem Wohnen“ eigentlich günstige Möbel gemeint sind, präzisiert Wetscher. Ausgestellt werden die Möbel am Standort des Familienbetriebes in Fügen, zwischen Tischlerei und Lagerhalle.

Am 14. Juni soll der „erste gebaute Online-Store Österreichs“ eröffnet werden – derzeit werden noch die Möbel hineingetragen. Wetscher will mit dem neuen Konzept die Trennung zwischen Online- und stationärem Handel aufheben. Es müsse dem Händler egal sein, ob jemand im Geschäft oder am Handy einkaufe, sagt Wetscher.

Das „virtuelle Einkaufen“ sei für ihn jedenfalls die Zukunft. Namensgeber für das neue Einkaufskonzept ist Sohn Maximilian, in fünfter Generation Tischler in der Familie. Er ist auch für die digitale Ausrichtung des neuen Ladens zuständig. Dieser soll innovativ, trendig und inspirierend sein, sagen Vater Martin und Sohn Max. Funktionieren soll Einkaufen quasi wie im Online-Shop – im schwarzen Kubus in Fügen sollen sich die Kunden etwa von einem digitalen Assistenten begleiten lassen können. Informative Features sollen den Auswahl- und Planungsprozess unterstützen. Begeistert vom Konzept ist auch der Wirtschaftswissenschafter Gerrit Heinemann. Er analysiert seit vielen Jahren die Zukunft des Möbelhandels. Dem Käufer werde im neuen Laden gar nicht mehr auffallen, ob er online, offline oder mobil einkauft. Dieser neue Trend heißt „No-Line-Handel“, schwärmt Heinemann: Die einzelnen Kanäle würden verschwimmen, immer mehr Kunden sich im Laden per Smartphone informieren und dann im Geschäft auch gleich online kaufen. Zusammengefasst: Einkaufen soll noch simpler werden.

Geld verdienen wollen die Wetschers mit ihrem neuen Konzept natürlich auch: Drei bis vier Millionen Euro Umsatz soll Wetscher Max künftig jährlich bringen, 2017 hat Wetscher insgesamt 27 Millionen Umsatz gemacht. (ver)