Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 06.06.2018


Bezirk Imst

Bauern werfen Netze aus

„Vernetzung“ ist das Jahresmotto der Landwirtschaft – auch mit der Wirtschaft.

© ParthKammer-Direktor Ferdinand Grüner, AT-Thurner-Chef Josef Huber, LWK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid, Rudolf Köll, Otmar Juen und LWK-Präsiden­t Josef Hechenberger (v.l.) beim Betriebsbesuch.Foto: Parth



Von Alexander Paschinger

Imst – „Es gibt viele Unternehmer, die Bauern sind, und auch viele Bauern, die bei Unternehmen Mitarbeiter sind“, sagt der Imster Wirtschaftskammer-Obmann Josef Huber und erklärt damit auch gleich, warum die Kollegen der Landwirtschaftskammer am Dienstag ihren Bezirksbesuch beim Bauunternehmen AT Thurner starteten. „Vernetzung“ ist nämlich das Jahresmotto der Tiroler Bauernvertretung. Dabei geht es heuer nicht nur um die Verbindung von regionalen Produkten mit dem Tourismus. Speziell bei AT Thurner geht es auch um Mitarbeiter aus dem bäuerlichen Bereich.

„Ungefähr 30 Prozent unserer Mitarbeiter haben einen landwirtschaftlichen Hintergrund“, so Huber. Natürlich sind auch die Agrarier gute Kunden der Bauwirtschaft, wenn man auf die Bereiche Stall- und Wirtschafts­gebäude blickt, ergänzt der Imster Bezirksobmann der Landwirtschaftskammer, BM Rudolf Köll. Huber betont auch die Bedeutung der LLA Imst als Ausbildungsstätte für die Baubranche. Überhaupt kommen von seinen 25 bis 30 Lehrlingen mehr als die Hälfte aus Familien mit agrarischen Wurzeln: „Das Feine – man muss ihnen nicht die ersten Monate erst einmal das Werkzeug erklären.“

Für die Landwirtschaft ist die Baubranche als saisonaler Arbeitgeber wiederum positiv. Und mit der richtigen Kommunikation sei es auch möglich, dass die Mitarbeiter im Sommer ihrer Heuarbeit nachkommen können.

Einmal mehr war beim Sommergespräch auch die Versorgung der Gastronomie mit heimischen Produkten ein Thema. LWK-Präsident Josef Hechenberger meinte zur Landtagsentschließung, wonach öffentliche Küchen eine Kennzeichnung heimischer Produkte durchführen müssen: „Da wurde noch geschlafen – aber wir bleiben dahinter.“ Köll meint, dass man in der Zusammenarbeit mit dem Tourismus „Luft nach oben“ und Bedarf für ein­e lokale Sennerei habe.

Den Zustand der Landwirtschaft im Bezirk bezeichnet Köll übrigens als stabil. Probleme gebe es im hinteren Pitztal, aber die Anzahl der bäuerlichen Betriebe sei mit 1800 gleichbleibend. „Tirol hat den geringsten Strukturwandel unter den Bundesländern“, meint auch Hechenberger.